Herr der Ringe – Taktiken Review

Simon Lutstorf, 7. Januar 2006 17:17 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Frodo und seine Gefährten sind nach den Filmen schon fast auf jeder Konsole und natürlich dem PC gelandet – es erstaunt daher kaum, dass die Linzenz ausgenutzt wird und EA auch ein PSP Game auf den Markt bringt. Der Herr der Ringe – Taktiken ist, wie der Name bereits verrät, ein Taktikgame, das aber auch viele Elemente aus dem Rollenspielgenre übernimmt. Neugierig? Review lesen!

“LOTR – Taktiken” hält sich relativ gradlinig an den Film, der ja jedem bekannt sein dürfte. Falls ein verirrter Filmgegner unter euch weilt, hier kurz eine 2-Satz-Zusammenfassung: Der böse Sauron bündelt seine Kräfte nicht nur in dunklen Armeen, sondern auch in einem mysteriösen Ring. Und als Träger dieses Rings muss der Hobbit Frodo zusammen mit schlagkräftigen Gefährten der Ring in einer schicksalshaften Durchquerung des Landes am Ende zerstören. Die meisten LOTR Spiele setzen aufgrund der sehr unterschiedlichen Charaktere auf die Gewichtung derer individuellen Fähigkeiten. Auch “Taktiken” macht hier keinen Unterschied: Der Spieler zieht mit je 6 Figuren in einer “guten” und “bösen” Kampagne in Kampf, je nach Wahl. Interessanterweise fehlen aber zum Beispiel Frodos Hobbitkollegen, während man im Gegenzug mit dem Halbgott Sauron persönlich die Klingen kreuzen darf – verwirrend.

Rundenbasierte Action
“Taktiken” bietet euch eine Ansammlung von verschiedenen Schlachten, die mehr oder weniger der Story folgen. Da das Game als taktisches Strategiespiel ausgelegt wurde, liegt der Schwerpunkt klar auf den einzelnen Auseinandersetzungen. Dies führt zum Teil zu kuriosen Momenten: Man tötet einen prominenten Gegner, sieht in dann aber in der nächsten Schlacht wieder – die Story will es so. Für Fans der Bücher und Filme etwas mühsam, für alle anderen wohl kaum wirklich schlimm.

Gespielt wird jeweils in einer Planungs- und Angriffsphase. Während der Planung müssen alle möglichen taktischen Vor- und Nachteile berücksichtigt werden (klassisches Beispiel: Bogenschützen). Actionliebhaber werden hier zu Gähnen anfangen, doch sollte man sich von den langwierigen Phasen nicht abschrecken lassen. Das Austüfteln von Taktiken macht nämlich mit der Zeit mehr Spass als das folgende Attackieren. Die Kampfphase wurde recht opulent umgesetzt: Ihr dirigiert eigenes Bogenfeuer, verteilt Heiltränke oder attackiert den Gegner mit Magie. Leider sorgen ab und zu Clipping-Fehler für mehr Übersicht, als man verdient hätte oder umgekehrt: Orientierungslosigkeit. Zwar kann man mit dem Analogbutton zoomen und drehen, die Kamera springt aber nach jeder Runde wieder in die Ursprungsposition. Dass störende Objekte nicht automatisch transparent werden, ist ebenfalls ziemlich mühsam.
Die Steuerung ist dafür mehrheitlich gelungen. Sie ist einfach, was aber zum Teil auch auf die recht simplen Möglichkeiten des Spielers zurückzuführen ist. Wenigstens haben so auch Taktikneulinge schnell Erfolgserlebnisse, zudem machen die meisten Kommandos Sinn. Auch hier hat sich EA jedoch wieder einen Patzer sondergleichen geleistet: Den Weg über die karierten Schlachtfelder muss man dem angreifenden Charakter Feld für Feld vorgeben. Der Computer ist nicht in der Lage, den Weg selbst zu berechnen oder Hindernisse zu umgehen.

Juhu, Upgraden!
Rollenspiel Fans dürfen sich freuen: Dank Erfahrungspunkten können eure Charaktere nach jeder Schlacht mit Upgrades versehen werden. Kraft, Geschwindigkeit oder Stärke der Zaubersprüche wollen verbessert werden. Interessanterweise ist es dabei egal, mit welchen Charakteren man im Kampf war: Alle 6 erhalten jeweils Erfahrungspunkte. Gut für den Spieler, etwas zweifelhaft für den Entwickler.
Gespielt wird, wie erwähnt, auch mit der bösen Seite. Abgesehen von Chief Sauron macht das Spiel vor allem mit den Ringgeistern und Orks Spass. Grafisch wurden die Charaktere durchaus passend umgesetzt. Kleiner Ruckler täuschen nicht über die hervorragenden Animationen hinweg, die man sich in den Kampfszenen immer wieder gerne anschaut. Schade sind die Clippingfehler sowie die äusserst beschränkte Anzahl Figuren auf jedem Schlachtfeld. Entschädigend wirkt dafür der Originalsoundtrack, der natürlich nicht fehlen darf. Dass die bindensten Elemente des Filmes wie Musik, Filmsequenzen und die meisten Charaktere akurat übernommen wurden, darf man durchaus als Pluspunkt sehen

Fazit
Daneben machen sich aber leider auch viele negative Punkte breit. Abgesehen von den erwähnten Steuerungsproblemen leistet sich EA einige Fehler, bei denen man sich unweigerlich fragt, wo denn da der Betatest geblieben ist. Die Kampagne der dunklen Kräfte hat keinerlei Einfluss auf die Story, bei Missionen mit limitierten Runden gibt es keine Anzeige, wieviele Runden man noch hat und das gestorbene Charakter in der nächsten Schlacht wieder auftauchen, macht die Sache auch nicht eben spannender. “Taktiken” ist kein schlechtes Spiel, allerdings hätten ein paar Wochen Überarbeitung aus einem “Okay-Spiel” ein tolles Game machen können. Da vermag leider auch der an und für sich gute Mehrspielermodus hinwegzutäuschen – die Fehler wirken sich hier genau so fatal aus. Schade!

Mehr Screenshots gibts hier!

USK: ab 12 Jahren
PEGI: 12+
Multiplayer: 2-4 Spieler
Sprache: Deutsch
Preis: CHF 79.-
Off. Website: www.electronicarts.de

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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. syx

    schrieb am 7. März 2006 um 19:48 Uhr (#)

    ich wollte mal fragen ob dhdr taktiken ein 2.0 spiel ist

  2. stefan

    schrieb am 9. Oktober 2007 um 12:51 Uhr (#)

    das Spiel ist ein muss für jeden Herr der Ringe Fan


1 Trackback

  1. PSP │ Der Herr der Ringe - Taktiken | Gamer Reviews
    (6. Juni 2009 13:47)

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