Tekken:
Dark Resurrection Test / Review

Simon Lutstorf, 19. September 2006 16:28 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Auch wenn es etwas langweilig anmutet: Es ist kein Wunder, dass sich Sony für PSP Games bei den Vorgängern PS1 und PS2 bedient. Auch Tekken: Dark Resurrection macht da keine Ausnahme, schliesslich haben schon Generationen von Konsolenspielern Tausende von Stunden mit der Tekken Serie verbracht. Die Versprechung der Entwickler, dass Dark Resurrection aber ein eigenständiges Spiel sein werde, haben wir trotzdem mit Freude aufgenommen und sind nun gespannt, wie das Endresultat aussieht.

Leider, und das können wir schon jetzt sagen, hat sich Hersteller Bandai/Namco nicht gerade übertroffen mit neuen Ideen. Dark Resurrection ist ein gutes Tekken Spiel, das aber auf der PSP nicht mit innovativen Features glänzt oder gar als “neues” Spiel durchgeht. Aber auch ein gutes Remake kann Spass machen, weshalb wir uns von solchen Kleinigkeiten nicht mehr länger stören lassen wollen!

Wenn Mädchen sich kloppen
Klassisch für japanische Kampfspiele ist die grosse Anzahl an weiblichen Kämpfern. Auch Tekken: Dark Resurrection bietet dem Spieler nicht nur muskelbepackte Riesen an, sondern verfügt auch über ein anständiges Repertoire aus knackigen Damen. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen haben die Mädels aber auch richtig etwas drauf, so dass man sich von der zierlichen Gestalt nicht täuschen lassen sollte. A propos Repertoire: Man hat sich ausgiebig bei den bisherigen Tekken Ausgaben bedient. Bekannte Gesichter wie Christie, Jin, Marshall Law, Feng Wei oder Ninja Raven sind alle mit dabei. Über 30 Kämpfer kommen so zusammen, die sich natürlich alle durch einen eigenwilligen Kampfstil und ein apartes (die einen weniger als die anderen) Äusseres auszeichnen. Wirklich neu sind nur zwei: Die blonde Lily und der brachiale Dragunow.

Vom Trainee bis zum Meister
Dark Resurrection bietet die üblichen Kampfmodi, wie man sie bei einem Prügelspiel etwa erwarten könnte. Anfänger werden sich im Trainingsmodus erstmals die Nase blutig schlagen lassen, wer wenig Zeit hat wagt sich an einen schnellen Match und wer auf längerfristigen Spass aus ist, steigt im Story-Modus in den Ring. Grundsätzlich unterscheiden sich die Kämpfe in den verschiedenen Modi nicht, ausser das im Story-Modus jeweils nach dem Besiegen des Endfeindes (Jinpachi) eine weitere Filmfrequenz freigeschaltet wird. Das Game endet, wenn man alle Spielfiguren durch hat.
Neu hingegen ist der Dojo Modus. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an das gute alte One Must Fall 2097. Genau wie in diesem Roboterkampfgame kann man im Dojo an verschiedenen Turnieren teilnehmen, sich durch Qualis prügeln und dick Kohle einstreichen. Die wiederum gibt einen Zugang zu anderen Outfits, Waffen oder Extras. Ein witziger Modus, ohne den das Spiel wirklich wie ein fader Abklatsch gewirkt hätte.
Wer Kollegen mit PSPs hat, darf via Ad-Hoc auch zu zweit gegeneinander kämpfen. Dazu reicht übrigens eine UMD, da der Code per Gamesharing übertragen wird. Vorbildlich.

Hallo Balance?!
Die Tekken Reihe war bisher bekannt für eine ausgeklügelte Spielbalance. Gerade bei einem Prügelspiel ist es enorm wichtig, dass kein Gegner zu stark ist und der Computer sich fair verhält. Leider ist genau das bei Tekken: Dark Resurrection nicht so der Fall. Die Figuren sind zwar einigermassen gleich stark, der Computer wirkt aber extrem launisch. Nach ein paar sehr einfach erscheinenden Kämpfen folgt ohne Vorwarnung plötzlich ein hammerharter Fight, der auch Könnern und Tekken Veteranen kurz die Kinnlade runterklappen lässt. Gerade für Anfänger ist dies wirklich ärgerlich, da man sich dann schon mal länger die Zähne ausbeisst. Die unfairen Kämpfe werden offenbar ziemlich wahllos verteilt, den oft kommen danach wieder völlig einfache Runden.
Positiv hingegen ist die gelungene Steuerung, die Präzision verspricht und hält. Obwohl es sich bei der PSP nicht um ein Gamepad handelt, kann man genaue Schläge und exakte Tritte ausführen. Die Bewegungen sind sehr flüssig, teilweise fast berechenbar und sorgen dafür, das in den meisten Fällen eine gute Balance aus Schlägen, Deckung und Würfen zustande kommt.

16:9 rockt
Die Anpassung des Spiels an das 16:9 Format der PSP hat dem Spiel wirklich gut getan. Die Hintergründe wirken plastischer, die Spielfiguren sehr detailliert und flüssig. Leider hat man sich bei den Hindergründen aber nicht weiter bemüht und hauptsächlich bereits bekannte Arenen leicht abgeändert, was aber auch nicht sehr tragisch ist. Alles in allem hat Bandai/Namco hier einen guten Job gemacht, der dank aggressiven Sounds auch schön Stimmung macht. Für Playstation Portable Verhältnisse also zwei Daumen nach oben.

Fazit
Es hätte so schön werden können. Ein exklusives, neues, geniales Tekken - nur für uns PSPler. Leider hat den Entwicklern die Zeit wohl nicht gereicht und so wurde halt ein tolles Prügelspiel daraus, das aber im Prinzip nur ein verändertes Tekken 5 darstellt. Dafür kann man Grafik, Sound und Steuerung nur als gelungen bezeichnen und das Spiel wirklich jedem Fan von Prügelspielen ans Herz legen.
Schade ist, das die heftigen (und angeblich gewollten) Schwankungen im Schwierigkeitsgrad so manchen im Frust versauern lassen werden. Wenn man beim xten Versuch mal wieder in seiner Ecke zusammengedrescht wird (und jeder Blockversuch nicht funktioniert), würde man das Game am liebsten auf den Grund des Ozeans wünschen. Ein Update wäre doch sehr empfehlenswert, da das durchschnittliche Match zu einfach, einzelne aber übel unfair sind. Toll hingegen wieder der Mehrspielermodus via Gamesharing.

Mehr Screenshots gibts hier!

USK: ab 16 Jahren
PEGI: 16+
Multiplayer: 2 Spieler
Sprache: D, F, I
Preis: CHF 75.-
Website: www.tekken-official.jp

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4 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Chiro-san

    schrieb am 19. September 2006 um 16:36 Uhr (#)

    ich hab das spiel importieren lassen und find es richtig gut ich habe alerdings auch keine ps2 also kein anderes tekken

  2. dropi

    schrieb am 2. Oktober 2006 um 05:05 Uhr (#)

    tja, die random-schwierigkeit ist tatsächlich der grösste fehler im game!! schlicht unrealistisch, wenn ein 7dan-kämpfer gegen einen beginner null, zero, nada chance hat. aber dann plötzlich ist es wieder umgekehrt. da wäre ein bisschen mehr einsatz lohnend gewesen. aber nein……

  3. Na wer wohl???

    schrieb am 27. Juli 2008 um 17:00 Uhr (#)

    tekken ist wirklich cool. obwohl ich noch gerne tekken 6 ausprobieren würde. ich hab gehört dort gibt es anscheinend 47 spieler oder so. und hab auch noch gehört das es coll wird, aber erst im herbst 2008 rauskommt. Trotzdem: freunen darf man sich!!!

  4. Dudemaster

    schrieb am 27. Juni 2009 um 01:10 Uhr (#)

    Ich hab das Spiel gekauft, weil ich erstens seit der Plasy 1 Tekken gezockt habe und es mir zweitens empfohlen wurde.

    Das Spiel an sich ist richtig geil, aber die KI ist wirklich unter aller Sau…

    Ein Beispiel: Mein cousin spielt auf leicht, ist beim Endgegner und der macht ihn laufend platt. Ich mich mal dran gesetzt, und hätte nach ein paar Versuchen am liebsten die PSP in 1000 Fetzen schlagen können.

    Schlechtere und vorallem unfairere KI hab ich in meinem Leben noch nicht gesehen.


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