Def Jam – The Takeover Test / Review

Simon Lutstorf, 3. Oktober 2006 17:53 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Wenn sich schräge Typen in Hinterhöfen und auf Basketcourts die Köpfe einschlagen, kann das durchaus in ein Spiel umverwandelt werden. Und wenn es sich bei den prügelnden Jungs noch um bekannte Gesichter aus dem Hip-Hop Business handelt, lassen sich sowieso gleich nochmals ein paar Stapel mehr verkaufen. So geschehen bei der Def Jam Reihe, die von Aki Corporation vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde. Nun hat die Reihe wie so manches PS2 Game den Weg auch auf die PSP gefunden. Was Def Jam – Fight for NY: The Takeover so auf dem Kasten hat, erfahrt ihr in unserem Review.

Mit diesen Voraussetzungen (Prügelspiel rund um Hip-Hop) polarisiert Def Jam natürlich ein bisschen. Während schon Kampfspiele nicht gerade jedermanns Sache sind, dürften die Hip-Hopper vielleicht dem einen oder anderen schon von Beginn weg auf die Nerven gehen. Dies auch aufgrund der Musik, die natürlich durchwegs aus dem Rap-Genre kommt. Andererseits dürfen sich Hip-Hop Fans freuen, denn das ganze Hinterhof-Ambiente profitiert durch die Musik enorm, so dass eine kleine, aber spezielle Nische entsteht.

Nichts für Zartbesaitete
Def Jam – The Takeover lässt den Spieler also in Form eines mehr oder weniger bekannten Hip-Hop Stars gegen verschiedene Kontrahenten antreten. Dabei muss sich das Game als Port natürlich den Vergleich mit der PS2 Version gefallen lassen – und schneidet sogar sehr gut ab. Die Anzahl Arenen, Kämpfer und Modi haben überhaupt nicht gelitten und machen auch auf der PSP eine sehr gute Figur. So ziemlich jeder bekannte Rapper ist mit dabei, von Snoop Dogg über Xzibit bishin zu Busta Rhymes oder Ludacris. Einige Protagonisten (und zum Teil auch Kämpfer) haben allerdings nur teilweise mit der Szene zu tun, so etwa Carmen Electra. Aber wenn die Dame an den heftigen Prügeleien teilnehmen möchte, sagen wir natürlich nicht nein… ;) A propos heftig: Def Jam – The Takeover ist aufgrund seiner realistischen Kämpfe mit Sicherheit nichts für Kinder. Brutalität gehört bei Prügelspielen natürlich irgendwie dazu, aber bei Def Jam sind die Kämpfe im Vergleich zu einem Tekken oder Street Figher massiv brutaler.

Gute Steuerung
Die Steuerung und Balance ist bei einem Prügelspiel von enormer Wichtigkeit. Während wir bei Tekken so einige Unsicherheiten festgestellt haben, überzeugt Def Jam – The Takeover durch eine exakte Kontrolle und vor allem ausbalancierte Gegner. Es gibt zwar während dem Kampf durchaus Momente, in denen man sich unfair behandelt vorkommt – etwa wenn man von Zuschauern festgehalten wird oder der Gegner in den Blazing-Modus eintritt. Trotz diesen “Ungerechtigkeiten” lässt es Def Jam eben zu, das man sich auch in unterlegenen Situationen noch wehren kann. Das Spiel setzt dabei auf Kontermoves und Deckung, so dass man als Anfänger vielleicht zuerst ein bisschen üben sollte.

Von der Couch Potato zum Gangleader
Das spannendste Element an Def Jam – The Takeover ist der Storymodus. Nebst diesem Herzsstück des Spiels werden natürlich auch Trainingsmodus oder ein schneller Einstieg via Arcade Modus geboten. So richtig Stimmung kommt aber nur bei der Story auf, da hier die Gegner immer stärker werden und man als User ins Geschehen richtig integriert wird. Schaltzentrale ist die eigene Wohnung, von der aus man in verschiedenste Winkel von New York geht, um sich verhauen zu lassen. Im Appartment lassen sich auch die Kleider wechseln und neue Spielstände anlegen. Den Gamecharakter darf man sich übrigens aus einer Reihe von Attributen selbst zusammenstellen, wobei die Auswahlmöglichkeit im Vergleich zur PS2 etwas eingeschränkt ist.
Kämpfe finden an allen möglichen Orten statt. Meistens handelt es sich um normale Eins-Gegen-Eins Kämpfe, die aus den unterschiedlichsten Gründen enstehen. Mal greift man für einen Kumpel ein, mal spielt mal Türsteher, mal gilt es schlicht, die gegnerische Gang vom eigenen Territorium zu vertreiben. Ein tatsächlich Spiel zwischen den Kämpfen findet aber nur bedingt statt. Die Story läuft zwar in Textnachrichten und Gesprächen stets weiter, muss aber gar nicht unbedingt gross beachtet werden. Schliesslich gelangt man sowieso immer (wenn auch mit Umwegen) an den richtigen Ort.

Blingbling ist alles
Gewonnene Kämpfe darf der siegreiche Held in sogenannte Skill Points und Geld ummünzen. Während sich die Skill Points logischerweise in neue Kampfbewegungen und -stile umwandeln lassen. Es lohnt sich durchaus, ab und zu in die Trainingshalle zu gehen, da die Gegner mit der Zeit immer komplexer kämpfen – da ist man mit neuen Hilfsmitteln nur zu gut bedient. Mit dem verdienten Cash darf man seinen Recken aber auch mit diversen Kleidern, Schmuck oder Waffen (Ketten, etc.) ausstatten. Ähnlich wie bei GTA: San Andreas geht das Ganze ins Endlose. Wer nicht will, muss diesen Teil des Spiels aber auch nicht gross beachten.

Pumpende Bässe
Wie es bereits Tradition ist und nicht anders zu erwarten war, gibt es während des gesamten Spiels vor allem Hip-Hop zu hören. Wer mit der Musikrichtung sowieso Probleme hat, ist leider arm dran – alle anderen dürfen sich ab einem exzellenten Soundtrack erfreuen, der von grossen Namen (wie die Akteure selbst) nur so strotzt.
Auch grafisch macht Def Jam stets eine gute Figur. Besonders unter Berücksichtigung des doch sehr grossen Spieleumfangs ist es erstaunlich, das die Grafik nie ruckelt oder in die Knie geht. Die Texturen hätten teilweise noch etwas feiner wirken können und machen gerade bei gewissen Kleidungsstücken manchmal einen zweifelhaften Eindruck. Dennoch stören auch kleine Fehler kaum und dank der flüssigen Spielweise kann so richtig geprügelt werden. Auch die Locations (um die 40) wissen zu überzeugen und wirken sehr atmosphärisch. Auch technisch gibt es also wenig auszusetzen.

Fazit
Def Jam – The Takeover ist ein gutes Spiel, punkt. Natürlich ist die Brutalität ziemlich deftig, vor allem wenn man sich von alternativen, mehr comicartigen Spielen anderes gewohnt ist. Und natürlich vermag der Hip-Hop Look, Slang (gute Englischkenntnisse wichtig) und Sound sicherlich nicht jeden zu begeistern, was man dem Game aber nur bedingt vorwerfen darf. Rein spielerisch (und grösstenteils auch technisch) macht Def Jam aber einen sehr guten Eindruck. Die Kämpfe sind abwechslungsreich, der Storymodus gelungen und dank Wifi darf man sich auch mit einem menschlichen Gegner kloppen. Wer die PS2 Version Fight for New York aber schon kennt, findet hier leider kaum Neues und kann genau so gut bei der PS2 bleiben. Ausser, er möchte unterwegs nicht auf die Kicks und Würfe verzichten ;)

Mehr Screenshots gibts hier!

USK: ab 14
PEGI: 18+
Multiplayer: 2 Spieler
Sprache: Anleitung D, Game E
Preis: CHF 79.-
Website: www.ea.com

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  1. PSP │ Def Jam - Fight for NY - The Takeover | Gamer Reviews
    (6. Juni 2009 13:45)

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