New Zealand Story Revolution Review / Test
Bei jedem neuen Spielesystem erscheinen meist auch jede Menge Remakes – manchmal verbessert, oft auch einfach direkt kopiert. Abzocke vs. Nostalgie ist dann meistens die Diskussion. Taito muss sich den Vorwurf der Abzocke aber auf keinen Fall gefallen lassen, denn seine Umsetzungen von Klassikern wie Space Invaders, Bubble Bobble oder aktuell New Zealand Story Revolution sind mehr als nur grafisch aufgepeppte Oldies. Wir erklären euch in diesem Review, warum Taito auf dem richtigen Weg ist, aber noch an seinen Produkten arbeiten muss.
Vielleicht kennen die Jüngeren unter euch die klassischen Spielhallengames nicht mehr. New Zealand Story Revolution erschien 1988 und gehört zu diesen einfachen Spielen, bei denen es nur vier Richtungen, Schiessen und Sterben gab. Natürlich lösen solche Feuerwerke der Fantasie heute nur mehr Nostalgie Gefühle aus, weshalb Taito nur die ursprüngliche Idee übernimmt, das Game selber aber stark aufpeppt. Wer Lust auf 1:1 Umsetzungen der damaligen Hits hat, sollte sich am besten Taito Legends Power-Ups widmen.
Kinderleicht…?
Das aktuelle Cover von New Zealand Story Revolution (siehe erstes Bild oben links)
vermittelt den Eindruck, es handle sich um ein Kinderspiel. Farbig, mit einem gelben Küken und einer Beschreibung, die einen das Game sofort an die kleine Schwester abgeben lässt. Zitat: “Alle Freunde von Tiki wurden von einem bösen Seeleoparden entführt und auf ganz Neuseeland versteckt”. Tönt etwas anders als die üblichen Weltuntergangs-Stories, die man sonst serviert bekommt. Wenigstens ist damit auf Anhieb klar, was zu tun ist: Mit Tiki durch sämtliche Levels rennen, alle Bösen umnieten, die Bossgegner umnieten, Goodies einsammeln, Freunde befreien. Am Spielprinzip hat sich also kaum etwas geändert. Das soll nun aber alles nicht heissen, dass Tiki’s Abenteuer wirklich ein Spiel für 5jährige ist. Obwohl ab 3 (bzw. ohne Altersbeschränkung bei der USK) freigegeben, kann die neuseeländische Revolution auch Erwachsenen durchaus Spass machen. Kinder durften schliesslich auch 1988 noch nicht in die Spielhallen, oder?
Viel Neues im Osten
Das Spielprinzip ist also dasselbe geblieben. Um es gleich vorne weg zu nehmen: Auch die Levels,
Endgegner und die Atmosphäre sind erhalten worden. Wo sind also die viel gepriesenen Änderungen versteckt? Taito hat hauptsächlich an der Steuerung gebastelt. Die Spielhallen-Version war knallhart – zweimal von einem Pfeil getroffen, und aus dem Küken wurde ein Poulet. Nun verträgt Tiki mehrere Treffer. Sie kann neu auch Doppelsprünge ausführen, was bei vielen schwierigen Levelabschnitten eine echte Hilfe ist. Die eigenen Pfeile können dank den Schulterknöpfen des DS nun in 360°-Manier verschossen werden, was auch dringend nötig war. Wer von einem Podest fällt, kann trotz der winzigen Flügel des Kükens die Flugfunktion einschalten (man sollte sich aber des Button-Verschleisses bewusst sein). Ebenfalls neu sind Power-Ups, die man Jump’n'Run typisch durch Drüberlaufen aufnimmt. Egal ob Eisfriere, Feuerpfeile oder Schutzschild – die neuen Ideen bringen eine Menge Spielspass auf den Tisch.
.. ARGH!
Taito hat ein paar coole Ideen integriert, welche das Spiel deutlich attraktiver gestalten und den Sudden-Death Geruch verschwinden lassen. Leider sind auch ein paar negative Neuerungen zu entdecken. Ganz schlimm ist etwa der Touchscreen-Modus. Das Game schaltet von Zeit zu Zeit
von selbst in den Modus. Mit dem Touchscreen soll man dann auf ein Item zeigen, welches optisch aus dem Rahmen fällt, um an einer anderen Stelle im Level wieder aufzutauchen. Problem: Man hat bekanntlich nur zwei Hände. Die kurzen Zwischenpassagen sind dementsprechend äusserst nervig, denn ohne dritte Hand stirbt man einfach viel zu oft. Noch schlimmer ist, dass bei jedem Tod diese Spielsituation an einem anderen Ort im Level auftritt – Horror. Andere Minispiele mit dem Touchscreen sind deutlich einfacher, aber auch nicht gerade atemberaubend. Die kleinen Games können übrigens mit bis zu drei Mitspielern gezockt werden. Kein Kaufargument, aber durchaus witzig.
Aufgepeppt!
Grafisch haben Tiki und seine Freunde natürlich einen grossen Sprung nach vorne gemacht. Sowohl Grafik als auch Sound wurden enorm verbessert, ohne dass der ursprüngliche Charme der Spielhallen-Version verloren ging. Die farbige Umsetzung mit vielen kleinen Details ist witzig und erfreut sowohl Kinder als auch Erwachsene. Kinder sollte man aber aufgrund des Schwierigkeitsgrades (es gibt auch einen Grad “Experte”…) am besten gar nicht erst an den DS lassen.
Fazit
Trotz der vielen Verbesserungen wirkt New Zealand Story Revolution spielerisch etwas altbacken. Mag an den alten Levels liegen oder an der Tatsache, dass man immer noch so schnell das zeitliche segnet. Heute sind Spiele moderater geworden – man muss schliesslich auch nicht mehr jedesmal eine Münze einwerfen, wenn man ins Gras beisst. Trotzdem versprüht Kiki auf seinem Neuseelandtrip jede Menge Charme und wer das Original gespielt hat, sollte unbedingt einen Blick darauf werden. Mehrspielermodus und Touchscreen-Ideen sind leider beide nicht sehr attraktiv, sondern sogar eher Negativpunkte. Aber echte Kerle stecken das (und natürlich das Cover) doch mit links weg oder? Ich jedenfalls hatte meinen Spass (und meine Wutausbrüche) ;)
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USK: ohne Altersbeschränkung
PEGI: 3+
Multiplayer: 4
Sprache: Spiel D, Anleitung D, F, E, I
Preis: CHF 69.-
Website: www.risingstargames.com

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Don
genial, habs damals aufm spielautomaten gezockt