Contact Review / Test

Simon Lutstorf, 12. März 2007 12:31 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Dienstag morgen. Verpennt gehe ich zum Briefkasten, werfe den nervigen Nachbarn ein müdes Nicken zu und verschwinde mit der Post wieder in der Wohnung. Nebst den üblichen, unerwünschten Rechnungen gibt es endlich wieder Game-Nachschub in Form eines Paketes. Juhu! Nach dem Öffnen habe ich einige DS Spiele in der Hand. Die üblichen, farbigen Cover. Doch Moment – was ist das? Ein Spiel namens Contact fällt schon optisch aus dem Rahmen. Ein Cover mit einem pixeligen Professor in verschiedenen Bewegungsphasen, schräg. Meine Neugier ist geweckt! Mehr im Review.

Contact wurde von Grasshopper Manufacture entwickelt – den Jungs, die sich schon für das ziemlich schräge Spiel Killer 7 verantwortlich zeigten. Als Fan von neuen Konzepten und Spielideen freue ich mich natürlich auf Contact. Vielleicht gelingt es der Bude ja tatsächlich, aus den immer noch voller Potenzial wartenden Möglichkeiten des DS noch mehr herauszuholen, als Grafikhunde, die man per Stylus streicheln kann. Los gehts!

Schräg… aber gut!
Die Story von Contact ist zentral, um das Spiel überhaupt zu verstehen. Der User übernimmt nämlich ausnahmsweise nicht eine Figur im Game, sondern spielt sich selbst. Das funktioniert folgendermassen: Ein Professor (der auch nur “Professor genannt wird) ist mit seinem Raumschiff auf einem unangenehmen Planeten gelandet. Da er dort alleine nicht mehr weg kommt, benötigt er Hilfe – deine Hilfe. Über ein mysteriöses Gerät namens Nintendo DS nimmt er Kontakt mit dir und anderen auf, um sich selbst aus der misslichen Lage wieder befreien zu können. Aha! Ein kleveres Konzept und ganz gewiss eine wahre Freude für Verschwörungstheoretiker oder Leuten, die gerne dem weissen Kaninchen folgen. In Contact spielt man aber nur das Medium, sprich: Man erhält Anweisungen vom Professor, die man selbst wiederum weitergibt. Der Sklave heisst Terry und ist ein ganz anständiger, netter Junge.

Spielprinzip ahoi!
So nach einigen Minuten hat man dann das Spielprinzip begriffen. Man steuert also nicht etwa sich selbst, sondern den Terry über den unwirtlichen Planeten. Da für den das ganze “Welt-retten-Ding” etwas neu ist (und du als Game die Erde ja schon Zillionen-Mal gerettet hast), dachte sich der Professor: Ich engagiere einen Spieler, der wird den Terry dann schon einweisen. Bingo. Wie die Screenshots zeigen, befindet sich im Normalfall im oberen Bild der Professor in seinem Raumschiff, dessen Anweisungen wir auf dem unteren Screen via Stylus an Terry weitergeben. Man wirkt also als eine Art unsichtbare Kraft, die den Jungen auf den richtigen Weg führt. Hier geht Contact in Richtung Rollenspiel. Hunderte von Items können gesammelt werden, feindliche Wesen wollen eine Abreibung und normalerweise weiss man nicht wo man sich befindet – klassisches Rollenspiel.

Kampf und Magie
Terry hat leider das Pech, dass sich auf dem Planeten auch allerlei Ungeziefer rumtreibt. Also muss man ab und zu kämpfen. Während die Bewegungen des Jungen sonst via Pad oder Stylus direkt kontrolliert werden können, ist im Kampfmodus alles anders. Hier kann man als User nur das Ziel vorgeben, der Fight läuft automatisch ab. Allerdings gibt es auch Zauber und Spezialattacken, die man Terry dann “nahelegen” darf. Trotzdem wird es nicht langweilig, denn als “Unsichtbare Hand” gibt es eine Menge zu tun. Items managen, Spezialattacken ausführen, mit freundlichen Wesen sprechen, usw.
Typisch für Rollenspiele sind die Level-Ups und die Charakter-Entwicklung, welche auch hier nicht fehlen darf. Je nachdem, wie man sich bewegt, kämpft und allgemein verhält, entwickelt sich Terry anders. Wird er oft geschlagen und muss viel einstecken, trainiert das seine Abwehrkräfte und er wird resistenter. Genau so verhält es sich mit vielen anderen Attributen. Zudem kann Terry sogar Fähigkeiten erlernen: Kochen, Fischen, spezielle Items tragen, Magie und vieles mehr benötigt Training. Durch den ungewissen Ausgang spielt sich Contact nicht so oberflächlich wie viele andere DS Games und macht trotz des ungewöhnlichen Settings ziemlich Laune.

*Staun*
Klar, dass zu einem speziellen Spiel auch eine aussergewöhnliche Grafik her muss. Wie die Screenshots schön zeigen, kombinieren die Entwickler ein klassisches 2D System auf dem oberen Screen mit künstlerischen Bildern auf dem Touchscreen. Passend dazu wird auch interessante Musik serviert, die aber nicht übermässig aus dem Rahmen fällt. Ein Mehrspielermodus (inklusive Wifi Connection Unterstützung) wurde auch implementiert – Spieler können dort gegenseitig eine Art Alter Ego auf den DS des anderen zaubern. Nach der ersten Verbindung erscheint eine neue Insel, auf der maximal acht andere Spieler leben dürfen. Für jeden neuen Bewohner erhalten wir eine Fähigkeit oder einen besonderen Gegenstand. Ausserdem wird die Insel nach jedem “Kontakt” moderner.

Fazit
Contact ist ein super spannendes Spiel, dass wirklich total aus dem Rahmen fällt. Anstatt sich auf ursprüngliche Konzepte zu verlassen, haben die Programmierer und Grafiker von Grasshopper Manufacture etwas völlig Neues entwickelt. Auch für Rollenspiel Fans dürfte Contact ein spezielles Erlebnis sein, da die Charakter Entwicklung wirklich sehr in die Tiefe geht. Gepaart mit der schrägen Grafik und der speziell umgesetzten Stroy ist das Game auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Wer eher auf traditionelle Spiele steht, wird sich hingegen in der komplexen Welt kaum zurecht finden. Contact ist logischerweise auch gewöhnungsbedürftig und damit nicht für jedermann geschaffen. Wer sich jedoch in diese Spielewelt traut, wird länger darin verweilen.


USK: ab 6 Jahren
PEGI: 3+
Multiplayer: 2 Spieler
Sprache: D (Anleitung), D/F/E/I (Spiel)
Preis: CHF 69.-
Website: www.contact-the-professor.com/

» Mehr lesen: Reviews (216)

» Nächster Artikel: Final Fantasy Tactics: The Lion War Screenshots
» Älterer Artikel: Eigene Wii Sendung auf GIGA

» Drucken
» Merken/E-Mail

1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. Joerg

    schrieb am 12. März 2007 um 13:07 Uhr (#)

    waaaah! simon! mach die wertung höher! mindestens 80%! ansonsten tolles review, dem kann ich in jedem punkt nur zustimmen.


Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

Oder verbinde dich mit deinem Facebook-Account