Final Fantasy XII:
Revenant Wings Review / Test

Sebastian Jäger, 26. Februar 2008 18:35 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Final Fantasy ist die mit Abstand beliebteste Spielereihe weltweit und vezaubert Millionen von Fans durch ihren besonderen Charme. Was 1987 auf dem NES begann, überlebte zahlreiche Konsolen-Generationen und es ist kein Ende in Sicht. Bei Final Fantasy XII: Revenant Wings handelt es sich um einen direkten Nachfolger von Final Fantasy XII, welches nur auf der PS2 erschien. Doch der Unterschied bei beiden Spielen liegt darin, dass Revenant Wings kein Rollenspiel ist, sondern ein Echtzeit Strategiespiel mit RPG Elementen.

Der Anfang

Um euch den vollen Genuss des Spieles nicht zu verderben, gibt es von uns keine Spoiler. Deshalb wird die Story auch nur kurz erklärt.

In den Hauptrollen stehen Vaan und Penelo. Vaan ist ein junger Luftpirat, der stets auf der Suche nach neuen Abenteuern ist. Penelo ist die treue Gefährtin von Vaan und auch Navigatorin des Luftschiffes. Wieder einmal begeben sich die beiden mit ihren Freunden Balthier und Fran auf eine Abenteuerreise, die diesmal zu den Glabados-Ruinen führt. Dort ist ein legenderer Schatz versteckt, der durch das Böse bewacht wird. Während man diese Szenen auf dem Doppelbildschirm betrachtet, befindet man sich gleichzeitig in einem Tutorial, wo einem die Steuerung näher gebracht wird. Hat man das Tutorial bestanden, geht es auch schon mit der Story weiter. Balthier, schnellster Luftpirat von Ivalice schnappt sich einen Teil des Schatzes, nämlich den lilanen und Vaan bekommt den grünen. Nach einigen Zwischenstationen beginnt die eigentliche Reise und verschlägt unsere Besatzung nach Lemurés, welches von skrupellosen Luftpiraten angegriffen wird.

Wie sich Final Fantasy als Strategiespiel spielt

Die auffälligste und wichtigste Neuerung an Revenant Wings ist, dass der Titel mehr an Echtzeitstrategie anlehnt. Doch um nicht völlig von den Vorgängern abzuweichen, sind auch Rollenspiel-Elemente enthalten. Bemerkbar machen sich diese, wenn man erstmals einen Kampf, also eine Mission, gewonnen hat. Ist dies der Fall und man konnte das Missionsziel erfüllen, steigen die Charaktere in ihrer Stufe auf. Wie aus Rollenspielen außerdem bekannt, gewinnen die Charaktere dadurch an Stärke. Weiterhin sind zahlreiche Items und Waffen zu erwerben, um die Ausrüstung und Statuswerte zu verbessern. Während die Story in kleinen Häppchen erzählt wird, erlernt man die Steuerung und das Kampfsystem. Befindet man sich in Missionen, steuert man die Charaktere mit dem Stylus, indem sie ausgewählt werden und anschließend auf den gewünschten Fleck oder Gegner klickt. Dabei lässt sich die Kamera auch mit dem Stylus steuern oder, was sich als viel komfortabler gestaltet, mit dem Steuerkreuz. Außerhalb der Missionen, also im Luftschiff oder auf der Weltkarte, bewegt man Vaan mit dem Stylus oder Steuerkreuz. Außerhalb der Missionen kann man auch jederzeit speichern und Missionsvorbereitungen treffen.

Im Grunde ist das Spielprinzip einfach zu erklären:

Mit dem Luftschiff steuert man die jeweiligen Welten an, während auf den Weltkarten verschiedene Missionen anwählbar sind. Die Hauptmissionen sind mit orangenen Flaggen versehen und für den Spielablauf relevant. Hat man sich für eine Mission entschieden, so bekommt man zum Anfang mitgeteilt, was die Siegbedingungen sind. Die für die Mission ausgewählten Charaktere(Vaan, Penelo, usw.) sind Gruppenführer, die bis zu je 8 Esper kontrollieren können. Esper sind Monster, die jedem Gruppenführer stets zur Seite stehen und ihm folgen. Zum Anfang einer Mission sind bereits einige Esper verfügbar, die man vorher ausgewählt hat. Während den Missionen gibt es auch Beschwörungsportale, die man oftmals einnehmen muss. Durch solch ein Portal können weitere Esper herbeigerufen werden, die gefallene Einheiten ersetzen.
Da man vor einer Mission seine Esper auswählen kann, die einem zur Verfügung stehen, gibt es sogenannte Esperdecks. Ein Esperdeck ist nichts anderes, als eine gespeicherte Auswahl an Esper, um nicht immer alles neu konfigurieren zu müssen. Während man sich also solch ein Esperdeck zusammenstellt, um für den Kampf gerüstet zu sein, kann auch der Ring des Paktes zum Einsatz kommen. Mit ihm werden Verbindungen mit neuen Esperklassen eingegangen(vorausgesetzt, man hat Auranithe gesammelt) bzw. freigeschaltet, die man dann zu den Esperdecks hinzufügen kann. Da jedes der Monster unterschiedliche Fähigkeiten und Elementare Attribute(Feuer, Elektrizität, Neutral, Wasser, Erde, Licht) besitzt, ist eine richtige Vorauswahl oftmals unabdingbar.

Weiterhin besitzt jeder Gruppenführer die Fähigkeit Gambit, die man mit einem automatischen Angriff gleichsetzen kann. Während anfangs nur eine solche Fähigkeit pro Charakter zur Verfügung steht, kommen weitere im Spielverlauf hinzu. Schickt man also einen Gruppenführer in den Kampf, bei dem ein Gambit aktiviert wurde, greift er mit dieser Fähigkeit z.b. automatisch Gegner an oder heilt befreundete Einheiten, ohne dass man als Spieler einschreiten muss. Gambit ist eine sehr hilfreiche Funktion, da man sonst einen zu hektischen Spielablauf hätte, wenn man jeden Gruppenführer erst manuell seine Angriffe zuweisen müsste. In der Praxis reicht in der Regel nur ein Klick auf einen Gegner und Vaan und Co. fallen über sie her. Allerdings sind Gambits jederzeit auszuführen.

Sollte mal ein Gruppenführer das Zeitliche segnen, wird er automatisch an einem Basiskristall wiederbelebt. Zwei davon sind meist in der Spielewelt verteilt, wovon ein blauer Kristall dem Spieler gehört und ein roter dem Gegner. Wichtig hierbei ist, dass der eigene Basiskristall vor Angriffen geschützt wird und man versucht, den Kristall vom Gegner zu zerstören, damit die Gruppenführer nicht wiederbelebt werden können. Zumeist ist der Sieg damit schon in der Tasche.

Doch was wäre ein Strategiespiel ohne verschiedene Klassen? So wird bei Revenant Wings zwischen den 3 verschiedenen Typen Nahkampfeinheiten, Flugeinheiten und Fernkampfeinheiten mit je verschiedenen Elementaren Attributen unterschieden. Die Nahkampfeinheiten, zu welchen auch die Heilungseinheiten(z.b. Penelo) gehören, sind stark gegen Fernkampfeinheiten und schwach gegen Flugeinheiten. Flugeinheiten sind schwach gegen Fernkampfeinheiten und stark gegen Nachkampfeinheiten. Zu guter Letzt sind die Fernkampfeinheiten also schwach gegen Nachkampfeinheiten und stark gegen Flugeinheiten. Dabei ist es strategisch besonders wichtig, dass man vor den Missionen die richtigen Einheiten auswählt, um im Kampf zu bestehen.

Natürlich ist gerade dort nicht nur spielerisches Geschick nötig, sondern auch die Künstliche Intelligenz der Mitstreiter und Gegner. Beide Parteien setzen ihre Kräfte gezielt ein, doch gibt es auch einige Wermutstropfen. Bei einigen Eckpunkten oder Wänden bleiben Esper oder Freunde hängen. Um das wieder gerade zu biegen, muss man diese auswählen und erneut Dirigieren. In der Praxis passiert das allerdings nicht zu häufig, so dass es nerven könnte. Selten versuchen einige Einheiten auch die Gegner im Alleingang auszuschalten. Wenn es denn passiert, dann ist die taktische Vorgehensweise natürlich pfutsch und könnte bei wichtigen Personen auch den Triumph kosten. Positiv anzurechnen ist hingegen, dass neu beschworene Esper ihren Gruppenführern zum Spielgeschehen folgen. So muss man diese nicht erst neu auswählen und zum jeweiligen Standort navigieren. Flugeinheiten können dabei eine Abkürzung über Schluchten nehmen.

Die technische Seite

Grafisch ist Revenant Wings ein Traum. Die Umgebung besticht durch die sehr detaillierte 3D-Grafik, die so einige Finessen bereithält. Die Charaktere sind wie in den Vorgängern jung und präsentieren sich im neumodischen japanischen Stil. Wie man es von Square Enix gewohnt ist, kommen auf dem Nintendo DS auch die einzigartigen Zwischensequenzen zum Einsatz, die technisch nahezu peferkt in Szene gesetzt sind, auch wenn es hier und da zu kleinen Rucklern kommt. Wenn bei Ingame-Sequenzen die Kamera an die Charaktere heran zoomt, erscheinen sie etwas zu pixelig. Davon bekommt man im normalen Spielablauf jedoch nichts mit. In einigen Levels gibt es sogar Spiegelungen. Ob diese in Echtzeit berechnet werden oder nicht, kann man nicht sagen… sie sehen allerdings extrem gut aus.

Auch von der musikalischen Seite gibt es überhaupt nichts auszusetzen. Wer die Final Fantasy Musik mag, wird den epischen Soundtrack in Revenant Wings lieben. Der Sound ist ebenfalls sehr gelungen und glaubwürdig.

(Fazit weiter unten)

Wir bedanken uns bei Koch Media für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.

Game Facts

Entwickler: Square Enix
USK: 6
Pegi: 12+
Multiplayer:
Sprache: Multilingual
Preis: EUR 39,99 / CHF 69.-
Website: ff12revenantwings.eu.com/de/

Review Final Fantasy XII: Revenant Wings  
 
Beschreibung
Steuerung
Die Steuerung funktioniert perfekt. Man steuert die Charaktere in den Missionen oder auch außerhalb mit dem Stylus und befehligt sie. Man hätte hier in vielen Belangen nichts besser machen können.
Grafik
Solche bunte und detaillierte Grafik sieht man auf dem Nintendo DS selten. Besonders die Rendersequenzen sind wie gewohnt qualitativ sehr hochwertig.
Sound
Das Spiel bietet den unverwechselbaren Final Fantasy Soundtrack, der zu neuen Abenteuern geradezu einläd.
Spielspaß
Von erster bis letzter Minute versetzt Revenant Wings den Spieler in eine gelungene Final Fantasy Welt. Zwar werden die Missionen immer anspruchsvoller, jedoch sind diese niemals unfair.
Sonstiges
+Sehr üppig gestaltete und informative Spielanleitung
-KI ist an manchen Stellen zu dämlich

86%

Fazit
So etwas hat man bisher auf dem Nintendo DS noch nicht gesehen. Die Grafik und der Soundtrack sind nahezu perfekt in Szene gesetzt, auch wenn es hier und da einige Ausreißer gibt. Square Enix überzeugt mit Final Fantasy XII: Revenant Wings auf erster Linie und sichert sich damit einen Platz der besten Spiele für den  Nintendo DS. Durch den Sprung in die Echtzeitstrategie bekommt man mit Revenant Wings ein durchweg frisches Spielerlebnis. Dabei werden nicht nur Final Fantasy Fans auf ihre Kosten kommen.

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. Specky

    schrieb am 28. Februar 2008 um 14:10 Uhr (#)

    Endlich, seit erscheinen des DS mal ein ordentliches Spiel :)


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