Know-How der Zauberkunst Review / Test

Wer wie ich Ende der Siebziger geboren wurde, hatte in seiner Kindheit vielleicht ähnliches erlebt. Die digitalen Spielgeräte fanden Anfang der 80er erst langsam den Weg in die Kinder- und Wohnzimmer Deutschlands, damals beschäftigte man sich in der Freizeit noch etwas “analoger”. Dies ist doppeldeutig zu verstehen, denn nicht nur das Gegenteil von digital ist hier gemeint, man spielte Dinge aus dem Alltag analog zuhause im Kleinen nach.
Es gab drei essenzielle Kindersets, die irgendwie jeder besass. Zum einen war das der Kaufladen, mit so süßen kleinen Verpackungen, die wie echte Produkte aussahen. Die zweite und fragwürdigste Errungenschaft war der Postschalter, was mir heute unbegreiflich ist, wieso man so etwas nachspielen wollte. Als letztes war es schon als Kind sehr schwer, sich der Faszination des Übernatürlichen zu entziehen und so hatte auch der Zauberkasten einen festen Platz in unseren Herzen und dem Kleiderschrank, auch wenn er relativ selten zum Einsatz kam.
Doch die Zeiten ändern sich, statt mit Zauberstab und Zylinder vor der Schulklasse kleine Tricks vorzuführen, wird dies im Jahr 2008 mit dem Stylus und einem kleinen Handheld mit zwei Bildschirmen vollführt. Auch wenn wir heute wissen, das “Magie” meist nicht mehr als gut vorgeführte Taschenspieler Tricks sind, reicht es scheinbar dennoch aus, um eine ganze Reihe von abendfüllenden Sendungen zur Primetime im TV auszustrahlen. Wer außer Nintendo hätte den Mumm dazu, aus dieser uralten Begeisterung ein Spiel zu machen?

Wirklich ein Spiel?
Doch da sind wir schon beim eigentlichen Knackpunkt, ist Know-How der Zauberkunst wirklich ein Game im eigentlichen Sinne? Die Antwort auf diese Frage kann recht einfach mit einem klaren “Nein” beantwortet werden. Genauso, wie die vielen Brain Ableger Programme zum trainieren des Gehirns darstellen, wird einem hier lediglich eine Software zum Üben und Vorführen von Zaubertricks an die Hand gegeben. Um das Ganze in die Richtung eines Spiels zu lenken, wurde das selbe System wie schon bei Dr. Kawashima verwendet. Nur wer täglich übt und sich mit dem Programm auseinandersetzt, kann nach und nach alle Tricks und Minispielchen freischalten.
Diese sind in drei Kategorien unterteilt: Solo Tricks, Magie in Aktion und Training. Pro Tag dürfen nur eine bestimmte Anzahl von Punkten dazuverdient werden, was zum einen natürlich motivieren soll, aber auf der anderen Seite auch recht nervig ist, denn so kann erst nach etwa zwei Wochen der volle Umfang genutzt werden. Die Kunststücke für den Eigenbedarf sind teilweise recht leicht durchschaubar, hier wird viel auf mathematische Formeln gesetzt. Allerdings ist das alles so schön verpackt, dass vor allem Kinder daran ihren Spaß haben dürften. Im Training warten eine Reihe kleiner Games, für die es zwar eine Bestenliste gibt, die aber trotzdem nicht lange motivieren können.
Leider zu wenig Inhalt
Somit liegt das Hauptaugenmerk auf den (leider etwas wenigen) Zaubertricks (dreizehn an der Zahl), die einem Publikum vorgeführt werden wollen, gut die Hälfte davon verlangen den Einsatz des beiliegenden Kartenspiels. Natürlich wäre es töricht auf die Einzelheiten einzugehen, deshalb soll hier nur kurz die Mechanik Erwähnung finden. Zu jedem Trick gibt es eine ausführliche Anleitung, die nur über eine Taste aufrufbar ist und nicht auf dem Bildschirm angezeigt wird. Anschließend sollte man die Vorgehensweise erst ein paar mal üben, denn es gibt schon einiges, was man falsch machen kann. Für alle Tricks aber gilt: Die Fähigkeiten des DS wurden vorbildlich integriert, bei einigen “spricht” die Konsole zum Publikum oder die Zeichnung erwacht zum Leben.
Wieviel Spaß man im Endeffekt mit dem Know-How der Zauberkunst hat, wird nicht durch den Titel selbst, sondern die eigenen Präferenzen und das Umfeld bestimmt. Wer gerne nebenbei ein wenig zaubert und auch einen entsprechend großen Bekanntenkreis oder eine weitläufige Familie hat, dem sei diese Unterhaltungs-Software ans Herz gelegt. Für den Einzelspieler wird darüber hinaus nichts geboten. Das Ziel, welches zu Beginn der Produktion angedacht war, wurde sehr gut umgesetzt, Nintendo erobert eine weitere Nische im Casual-Markt.
Wir bedanken uns bei Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.
| Game Facts | |||
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Entwickler: Nintendo |
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| Review | Know-How der Zauberkunst | |
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Steuerung Ist hervorragend auf den Stylus zugeschnitten, Tasten finden nur selten Verwendung. |
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Grafik Jeder Trick hat seine individuelle Optik spendiert bekommen und passt sehr gut zum Thema. Man darf aber keine allzu großen Erwartungen an die Grafik haben. Zweckmäßig-hübsch eben. |
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Sound Die Musik spielt munter im Menü, kann aber glücklicherweise ausgeschaltet werden. Die restlichen Effekte passen sehr schön zum Geschehen auf dem Schirm. |
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Spielspaß Da es sich hier nicht wirklich um ein Spiel handelt, fällt dieser Punkt weg. Die Motivation und Affinität zum Thema bestimmen den Spaß. |
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Sonstiges |
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70% |
Fazit Insgesamt ein witziges Programm, das Begeisterten der Materie viel Spaß bringt, egal ob jung oder alt oder ob sie zaubern oder verzaubert werden. Für den Einzelspieler wird nichts geboten, ebensowenig kann das Programm Zaubermuffel bekehren. |
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CreatorX
Achso, ich dachte zuerst das sei eine Art Handbuch wie man in Echt Zaubertrix vollführt. Aber mit diesem Spiel vollführt man Zaubertrix mit dem DS. Ok mal abgesehen davon das man den Leuten die Sachen am Kleinen DS zeigen muss ist die Idee super. Boar, ich wollte mir eigentlich The World Ends With You holen aber nun weiß ich nicht mehr was ich machen soll. Helft mir :)
Sebastian
Kauf dir lieber The World Ends with You ;)
Joerg
Also mir hat das Programm richtig gut gefallen und meinen kleinen Cousin (11) konnte man damit sehr begeistern :) Es kann leider nicht allzu lange fesseln, aber für einige richtig gute Shows (a la Raven) reicht es dicke…