zoneLINK Führerschein-Trainer Review / Test

Jörg Neißer, 4. Juli 2008 23:25 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Dank dem Nintendo DS im Allgemeinen und Titeln wie Dr. Kawashima’s Gehirnjogging im Speziellen, wurde ein gänzlich neuer Markt erschaffen. Oder wer hätte ernsthaft in Erwägung gezogen, auf seinem GameBoy Advance für die Fahrschule zu lernen? Durch die große Verbreitung der aktuellen Konsolengeneration lohnt es sich scheinbar, jedes noch so spezielle Genre zu bedienen. Auf PCs sind solche Programme freilich ein uralter Hut, doch das Handheld Segment wurde und wird in den letzten Wochen regelrecht mit Fahrschulprogrammen überflutet. Wir haben für euch die DS Version einer auf dem Rechner etablierten Marke auf dem Prüfstand. Wird die Software es über den TÜV schaffen?

Nicht für das Leben, sondern für die theoretische Prüfung lernen wir
Die Rechnung ist aus geschäftlicher Sicht erstmal einfach: 15-18 jährige spielen gerne Videospiele, welches System ist in dieser Altersgruppe besonders relevant? Lasst uns dafür eine Umsetzung machen. Doch erst Touch- und Dualscreen haben solchen Programme einen optimalen Nährboden geschaffen und sie gedeihen prächtig. Da die Features der sonstigen Tests bei einem Titel dieser Art fehlen, muss ich mich auf eine simple Inhaltswiedergabe für den Test beschränken.

Dem zoneLINK Führerschein Trainer liegt der neuste Fragenkatalog vom Februar 2008 zugrunde. Keine Ahnung wie oft dieser geändert wird, aufgrund fehlender Updatemöglichkeiten ist die Lebensdauer aber schon jetzt absehbar kurz. Nach dem Einschalten stehen vier Profile zur Verfügung, wobei jedes nur auf eine der enthaltenen Klassen – A, A1, B, S, M und Mofa – vorbereiten kann. Einmal gewählt, darf danach für dieses Profil die Klasse nicht mehr gewechselt werden. Da man sich im echten Leben meist sowieso nur auf einen Führerschein vorbereitet, ist das kein größeres Problem.

Noch schnell den Namen eingeben und schon ist man mittendrin. Das Hauptmenü erlaubt das Training, eine Prüfung unter Zeitdruck, Spiele und Extras. Das Herz des Programms sind natürlich die Übungen, entsprechend ist dieser Bereich auch der umfangreichste. Zunächst hat man die Wahl zwischen Grund- und Zusatzstoff, die nachfolgenden Menüs sind für beide Gebiete gleich. Zunächst wird hier ein Überblick der vorhanden Themen und anhand eines kleinen grünen Balkens der Fortschritt der beantworteten Fragen angezeigt. Die Oberkategorien heißen etwa Gefahrenlehre, Verkehrszeichen, Umweltschutz und Verhalten im Straßenverkehr.

Nun hat man die Möglichkeit entweder das komplette Themengebiet auf einmal anzugehen, was bei teilweise bis zu 180 Fragen recht anstrengend werden kann. Oder man wählt die Unterkategorien mittels kleiner Häkchen aus, in diesem Bereich ist das größte Manko zu finden. Erstens ist die Schrift relativ klein was zu Fehlklicks führen kann. Zweitens und wichtigerens, einige Seiten bieten über zwanzig Auswahlpunkte, die sich nur schlecht navigieren lassen. Wer also nur einen der Punkte üben möchte, muss alle anderen 22 abwählen, das ist nicht nur nervig sondern eine echte Geduldsprobe.

Hat man sich für die entsprechenden Unterkategorien entschieden, können sich die Fragen zusätzlich noch nach diversen Kriterien (Fehlerhäufigkeit, noch nicht beantwortet etc.) sortieren lassen. Endlich bei den eigentlichen Bögen angelangt, gibt es drei Arten zu lernen: Fragen zusammen mit Antworten durchlesen, Fragen beantworten und die Lösung zeigen lassen oder die Fragen beantworten ohne die Antwort anzeigen zu lassen. Die Übung läuft so lange durch, bis komplett alles richtig beantwortet wurde. Es kann jederzeit abgebrochen und später genau dort wieder angesetzt werden. Positiv: Die Bilder auf dem oberen Bildschirm lassen sich auf die gesamte Größe heranzoomen. Negativ: Es darf zwar vor, aber nicht zurück geblättert werden.

Wer fleißig übt, schaltet nach und nach die langweiligen Minispiele frei, vier sind es an der Zahl. Dieses Feature musste wohl ins Spiel, um wie schon früher zu C64 Zeiten die Eltern zu einem Kauf anzuregen (Stichwort: Belohnungsstrategie), nur ist es dieses Mal umgekehrt. Als Extras gibt es Promille- und Bußgeldrechner oben drauf, wobei erster etwas suspekt ist. Nach zwei Bier (0,5 L) ist man schon fahruntüchtig, nach vier Schnäpsen aber nicht. Meine Erfahrung sagt da zwar etwas anderes, aber nunja.
Damit die ganze Übung auch nicht umsonst war und man optimal vorbereitet zur theoretischen Prüfung erscheint, darf mit bis zu 60 (!) original Prüfungsbögen gelernt werden. Für jeden hat man wie in echt 30 Minuten Zeit und darf hier endlich auch vor- und zurückblättern. Am Ende wartet natürlich die gnadenlose Fehlerauswertung.

Fazit
Wir gehen mal davon aus, dass sämtliche Fragen der echten Unterlagen im zoneLINK Führerschein-Trainer enthalten sind. Wenn dies so ist, bekommen angehende Verkehrsteilnehmer ein wunderbares Programm, um sich auf die anstehende theoretische Prüfung optimal vorzubereiten. Dank der verschiedenen Lernmethoden, lässt sich effektiv und gezielt büffeln, durch die Vielzahl der Prüfungsbögen wird einem die Angst vor dem Stress genommen. Auch wer seinen Führerschein schon seit Ewigkeiten besitzt, kann hiermit sein Wissen gekonnt auffrischen und wird verwundert feststellen, wie wenig von damals hängen geblieben ist.

Aufgrund des Genres können wir die üblichen Bewertungsmaßstäbe hier nicht ansetzen, weshalb eine Wertung in Zahlen ausfällt. Wir geben dem Progamm eine klare Kaufempfehlung!

Wir bedanken uns bei zoneLINK für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.

Game Facts

Entwickler: zoneLINK
Publisher: HMH
Genrè: Productivity
USK: ohne Alterseinschränkung
Pegi: -
Multiplayer: 1
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 29,95 / CHF 48,-
Website: www.zonelink.de

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. Markus

    schrieb am 5. Juli 2008 um 21:54 Uhr (#)

    Mich würde interessieren, ob es besser als der Führerschein-Coach 2008 ist, der schon seit einiger Zeit für den DS erhältlich ist.


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