Secret Agent Clank Review / Test

Simon Lutstorf, 19. August 2008 12:26 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Das Jump’n'Run Duo Ratchet & Clank gehört sozusagen zu Sonys Inventar. Die beiden Helden beehrten bisher ausschliesslich Playstation-Konsolen, wobei mit Ratchet & Clank: Size Matters auch schon eine Ausgabe für die PSP erschienen ist. Nun legt Sony nach und zwar mit einem Novum in der Geschichte der Serie, gewidmet dem kleinen Roboter an Ratchets Seite: Clank. Der übernimmt in Secret Agent Clank nämlich die Hauptrolle und macht im James Bond Outfit eine ganze nette Figur.

Die Hintergrundgeschichte von Secret Agent Clank wird einen gleich nach dem Spielstart mit einem Intro (Ingame-Grafik) näher gebracht. Als Mitglied des Geheimdienstes muss Clank miterleben, wie sein bester Freund Ratchet des Diebstahls bezichtigt wird. Nicht ein Playboy vom Kiosk wollte der klauen, nein: Es geht um dem wertvollen Kristall ‘Auge der Unendlichkeit’. Leider scheinen alle Beweise gegen den Angeklagten zu sprechen, weshalb dieser auch gleich abgeführt wird. Klar, dass Clank da misstrauisch wird – ging da wirklich alles mit rechten, beziehungsweise mit unrechten Dingen zu?

Aibo kann gehen!
Nach dem witzigen Intro schmeissen einen die Entwickler direkt in den ersten Level. Ein Tutorial ist nicht nötig, da die Steuerung relativ einfach ist und Clank zu Beginn auch nur einfache Schläge auszuführen weiss. Fortan steuert man den kleinen Geheimdienst-Roboter durch zahlreiche Levels, in welchen es an Sicherheitsmassnahmen nur so wimmelt.


So sehen Helden aus: Clank.

Kameras, Wachroboter und Laser machen einen das Leben schwer. Anstatt diese aber nur in gewohnter Jump’n'Run-Action zu beseitigen, hat der fesche Clank auch noch ein bisschen was dazugelernt. Die High Impact Game Studios verpassten ihm, entsprechend dem Geheimdienst-Look, auch ein paar Stealth-Eigenschaften. So kann er etwa mit Tinte die Laser ‘besänftigen’, sich vor Bösewichten als Statue tarnen oder Feinde von hinten geräuschlos erledigen. Wer lieber brachial an die Sache herangeht, kann auch mit reinem Prügeln zum Erfolg kommen – es ist jedoch deutlich schwerer. Zudem wird man am Ende des Levels nur mit zusätzlichen Goodies belohnt, wenn man den Abschnitt auch komplett unentdeckt beendet hat.

Mit schwerem Geschütz


Secret Agent Clank in Aktion: Hier noch per Hand, später wird geballert.

Zu Beginn des Spiels wehrt sich Clank noch mit blossen “Händen” gegen die übergrossen Roboter und Wachhunde. Später kommen allerlei Waffen hinzu, die einem Geheimagenten so richtig das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Munition und weitere Boni gibts in regelmässig verteilten Kisten, zudem darf man sich auch an Automaten gütlich tun (Clank hat es etwas einfacher als der Herr Bond…).
Für Abwechslung sorgen übrigens zahlreiche Minispiele, wobei der Begriff eigentlich schon fast übertrieben ist. Gemeint sind Situationen, in welchen der Spieler in regelmässigen Abständen die richtigen Buttons drücken muss oder (beim Anschleichen), eine angezeigte Kombination nachdrücken darf. Obwohl weder neu noch besonders innovativ eingesetzt, lockern diese Gameplay-Elemente den Jump’n'Run Alltag etwas auf. Das ist auch nötig, denn Secret Agent Clank ist zwar kein grundsätzlich langweiliges Game, in Punkto Leveldesign haben sich die Herren von High Impact diesmal aber leider nicht übertroffen. Unterstützt wird dieser Eindruck durch eher steril wirkende Umgebungen – doch dazu später mehr.

Weiter mit Ratchet…
Es war spätestens nach dem Wiedersehen mit Ratchet im Intro zu erwarten, dass die Gamedesigner Clank nicht alleine ins Rennen schicken würden. Tatsächlich übernimmt man im Laufe des Spiels auch das Kommando über den charismatischeren Kollegen von Clank. Allerdings treiben die Ratchet-Einlagen die Story nicht voran, sondern sind mehr oder weniger gelungene ‘Einschübe’.


Einer der farbenfroheren Abschnitte im Spiel. Das ist leider nicht immer so…

stärker werdende Mitgefangene durchsetzen. Was zu Beginn als passende Abwechslung empfunden wird, enttarnt man spätestens nach dem zweiten oder dritten Durchgang als unausgereift – zumal, wie schon erwähnt, kein direkter Zusammenhang mit dem Spielfortschritt besteht. Auch einen dritten Charakter darf man steuern: Qwark. Die stark actionlastigen Sequenzen leider aber unter demselben Problem und sind nicht mehr als eine nette Auflockerung, wenn auch eine sehr skurile ;).

Es droht grafisches Ungemach…
Optisch, und das werden die Screenshots bestätigen, macht Secret Agent Clank auf den ersten Blick einen guten, wenn nicht gar sehr guten Eindruck. Die Grafik wirkt detailliert und die Entwickler liefern wie gewohnt saubere und flüssige Animationen ab, die ein Jump’n'Run auch bitter benötigt. Bereits nach den ersten Minuten fallen aber zwei Negativpunkte auf, die so nicht im Spiel sein dürften. So stellt sich einerseits das ewige Kameraproblem, das schon unzählige Third-Person-Spiele zu wahren Nervtötern degradiert hat. Die virtuelle Kamera steht selten richtig, ist oft zu nah an der Figur und lässt sich über die Schultertasten nur mühsam justieren. Hinzu kommt die bereits erwähnte Öde im Leveldesign: Während sich manche Abschnitte durchaus sehen lassen können, wirken andere wiederum völlig langweilig. Wieso so etwas durch einen Betatest kommt, ist eigentlich schleierhaft. Auch akustisch reisst das Werk nicht vom Hocker: Die Musikuntermalung ist nur sehr zaghaft und unterstützt das Spielgeschehen eigentlich nicht.

(Fazit weiter unten. Besten Dank an Sony für die Bereitstellung des Testmusters!)

Game Facts

Entwickler: High Impact Games
Publisher: Sony
Genre: Jump’n'Run
USK: ab 12 Jahren
Pegi: 7+
Multiplayer: -
Sprache: D, F, I
Preis: EUR 38,95 / CHF 59.-
Website: de.playstation.com

Review Secret Agent Clank  
 
Beschreibung
Steuerung
Einfach und leicht zu beherrschen. Mühsam ist jedoch das permanente Nachjustieren der Kamera (Schultertasten).
Grafik
Saubere Animationen und zum Teil farbenfrohe Levels, die sich aber mit ziemlich langweiligen Abschnitten beissen.
Sound
Für ein Jump’n'Run ist das Spiel erstaunlich still – zu still. Die vorhandenen Tracks (angelehnt an bekannte Hits) können aber überzeugen.
Spielspaß
Durchaus vorhanden. Leider fehlt es insgesamt an Abwechslung, wobei die implementierten Gladiator-Abschnitte mit Ratchet aufgesetzt wirken.

Sonstiges
+ Gelungener Humor – as usual bei der Serie
+ Schleichelemente wissen zu überzeugen
+ Gute Synchronisierung
- Story wird durch die Ratchet/Qwark Abschnitte gestört
- Kamera ist unausgereift
- Rätsel sind Durchschnitt

70%

Fazit
Clanks erster Auftritt ist leider kein Meisterwerk. Die eigentlich guten Voraussetzungen (brauchbare Story, gute Schleichelemente, gute Basisgrafik sowie der tolle Wortwitz) können nicht über zahlreiche Mankos hinwegtäuschen. Den Vergleich mit Daxter & Co. muss der Roboter also scheuen, auch wenns im Prinzip nicht an ihm liegt. Die die Unzulänglichkeiten im technischen Bereich kombiniert mit faden Gameplay-Elementen hinterlassen einen faden Nachgeschmack. Empfehlenswert ist das Spiel deshalb vor allem für Jump’n'Run Fans; angesichts der miserablen Gamelage dürfen aber auch alle anderen mal reinschauen, da Clank für Zwischendurch manchmal ganz witzig ist und der Humor Vieles entschädigt.

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