Element Girls Review / Test

Kristin Knillmann, 5. September 2008 22:40 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Als Elternteil kann man in der Welt des Nintendo DS schnell überfordert sein. Im Sekundentakt tauchen neue Spiele für den eigenen Sprössling auf; doch was davon soll bloß unter dem nächsten Weihnachtsbaum liegen? Lieber ein Reiterhof-Spiel, eine Tierklinik im Taschenformat oder doch die eigenen, frühen Vorlieben in den Vordergrund schieben und den Kindern den rot gekleideten Klempner bescheren? Bei der Fülle an Spielen ohne Altersbeschränkung sicherlich nicht die leichteste Entscheidung. Hier können wir glücklicherweise Abhilfe schaffen: Wer mehr Abwechslung für sein Kind möchte, der liegt mit dem Kauf von Element Girls genau richtig. Wie der Name schon sagt, richtet sich das Spiel an Mädchen, vorzugsweise im Alter von 6 bis 14 Jahren. Wobei „Spiel“ hier eigentlich der falsche Begriff ist; Element Girls ist vielmehr Anwendung, Ratgeber und täglicher Begleiter seiner Inhaberin.

Digitalisierung jeglicher Tätigkeit

Vor einigen Jahren war es noch gängig, Freundebücher zu besitzen, Tagebuch zu führen oder jeden Termin fein sorgfältig in einen Kalender zu schreiben – und ihn selbstverständlich mit Blümchen und Herzchen zu verzieren. Doch dies gerät immer mehr aus der Mode: verabredet wird sich in dem Alter sowieso nur noch selten ohne den kleinen, jugendtauglichen Handheld und alle restlichen Komponenten, die einst auf Papier ansässig waren, wurden mittlerweile auch schon digitalisiert. Wir leben schliesslich im 21. Jahrhundert, da muss man sich dran gewöhnen. Bezieht man diesen Aspekt mit ein, so eignet sich Element Girls mit großer Sicherheit für jeden weiblichen, heranwachsenden Dreikäsehoch.

Und was genau hat das jetzt mit Elementen zu tun?

Basierend auf der Mädchen-Community Jetzt ist man mit den Vorbereitungen des Spiels durch und darf endlich richtig starten. Dazu eröffnet sich einem der Desktop. Auf dem PC ist der Desktop dazu da, um die wichtigsten Programme und Dateien schneller zur Hand zu haben. Ausserdem bietet er optische Verschönerung des

tristen Arbeitsklimas. In Element Girls verhält sich das ähnlich: Die Funktionen, die man täglich braucht sind direkt anwählbar. Dazu zählen das Freundebuch, der Stundenplan, der Terminkalender, das Tagebuch, die Biorhythmus-Übersicht, das Horoskop, die Änderungsmöglichkeit des eigenen Avatars und der Element-Hintergründe, sowie die Optionen. Hier tauchen vereinzelt einige Funktionen der Element Girls-Community auf. So kann man etwa im Freundebuch entweder Profile tauschen (je nach Empfangsperson mit oder ohne persönliche Daten) und diese vergleichen lassen, oder zusammen mit einer zweiten Person einen Freundschaftstest machen, um zu sehen wie gut man zueinander passt. Der Stundenplan versteht sich eigentlich von selbst, deckt aber gleichzeitig auch ein kleines Manko des Spiels auf: Bei der Profil-Aktualisierung konnte man leider nur aus vorgefertigten Punkten für Lieblingsessen etc auswählen. Hier wird einem dann doch die Option gegeben, den Namen des Fachs selbst einzutragen. Jedoch: Nach zehn Zeichen ist Schluss. Da kriegt meine kleine Schwester ja nicht mal ihre Kräutergarten-AG unter. Einige weitere Minuspunkte warten an anderen Ecken. So tätigt man alle Eingaben über eine Tastatur, die aufgebaut ist wie ein Handy. Klar, das einzelne Antippen der Buchstaben ist in NDS-Spielen eh schon zeitaufwändig genug. Aber das ganze nun durch eine SMS-Tastatur lösen zu wollen, ist der wohl schlechteste Ansatz. Ständiges Vertippen ist leider vorprogrammiert; und Tagebuch schreiben macht so auch nur bedingt Spaß. Die Funktionen Horoskop und Biorhythmus ähneln sich sehr: Ersteres zeigt einem täglich je einen Balken für sechs Kategorien (Sport, Hobby, Liebe, Freunde, Schule, Kreativität) an, zweiteres erläutert der Spielerin ihre Tagesform bezüglich Emotionalität und körperlicher und geistiger Aktivität. Schade bloß, dass nicht nur das Horoskop wie gewöhnlich automatisch generiert wird, sondern auch der Biorhythmus unlogischerweise vorgegeben ist. 

Die vier Element-Menüs

 

  

Das schon zu Beginn durch den Test freigeschaltete Element-Menü ist  sofort betretbar, die anderen drei müssen durch Tagebuch- und Termin-Einträge oder Aktivitäten unter dem vorhandenen Element freigeschaltet werden. Den Fortschritt kann man auf dem Desktop unter Optionen einsehen. Die vier Untermenüs sind gleich aufgebaut: In jedem findet man sechs Psychotests (eine kleine Themenauswahl: „Wahrheitsengel oder Flunkermarie?“, „Wie tollpatschig bist du?“, „Welches Talent steckt in dir?“ oder „Welcher Kusstyp bist du?“), eine Tipps-Sektion, eine Lifestyle-Applikation und ein Mini-Spiel. Die Tipps decken fast jeden Lebensbereich eines Teenagers ab: Poesie schreiben, Englisch lernen, selbstbewusst sein, Handlesen, Basteltipps, Instrumente lernen, Partytipps, richtiges Flirten oder eine ganze Auflistung aller gängigen Edelsteine inklusive Bild – vor keiner Kategorie wird Halt gemacht. Die Lifestyle-Applikationen umfassen  Beautytipps, Rezepte, Kreativität und den IQ-Check; und selbst die vier Mini-Games sind überraschend gelungen. Das 4Gewinnt-Spiel mit Elemente-Steinchen und das Schmink-Spiel, in dem man ein Gesicht möglichst exakt wie die Vorlage schminken soll, machen bloß eine kurze Weile Spaß. Das Tanzspiel und der Würfel hingegen sorgen für eine Menge Zeit vor dem Doppelbildschirm. Tanzen tut man fast so, wie man Gitarre in Guitar Hero spielt – eben nur mit Stylus und Touchscreen. Der Würfel ähnelt Rubiks Cube, ausser dass man hier zwei farbige Flächen miteinander verbinden muss, ohne der anderen Farbe in den Weg zu geraten. Leider sind die 30 Level viel zu schnell durchgespielt.

Die einzelnen Hintergründe der Element-Menüs lassen sich auf dem Desktop unter Styles verändern. Einige kann man allerdings erst auswählen, nachdem man unter Optionen bestimmte Freischaltcodes von anderen Element Girls-Produkten eingegeben hat. Zwei davon befinden sich zum Beispiel auf der Community-Seite im Web. Wer dann nach angepriesenen 100 Spielstunden mitsamt Cartridge ausgespielt hat, der darf sich wenigstens im Internet weiter mit der Materie  beschäftigen.

(Fazit weiter unten)

Game Facts

Entwickler: RocketScience Games
Publisher: dtp young entertainment
Genre: Simulation/Ratgeber
USK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung 
Pegi: 3+
Multiplayer: 1 – 2 Spieler
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 39,99 / CHF 63,-
Website: Wir bewerteten das Spiel gemäß unserer Young-Kategorie.

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