Je realistischer, desto wertloser – könnte man meinen
Conker wird bewusstlos geschlagen, findet sich in einem frugalen Landungsboot wieder, das sich gerade in tosendem Wellengewoge anschickt, den gefürchteten D-Day zu begehen. Als das Gesichtsfeld des um Fassung ringenden Eichhörnchens aufklart, senkt sich auch schon flugs die Rampe und die von den in die Höhe erhobenen Geschütztürmen in Flug versetzen Gewehrsalven und Explosivgeschosse zertrümmern vor seinen Augen die vor ihm stramm in Reih und Glied formierten Kameraden. Die Kamera ist nur auf Conkers behaartes Nagergesicht gerichtet, und doch widerspiegelt sich auf diesem eine psychische Regung, die starr vor Entsetzen einem kurz aufflackernden Trauma gleicht. Als sich Conker einigermaßen gesammelt hat, übernimmt der Spieler das Geschehen und man rennt von einer schützenden Oase zur anderen, während dessen überall Blut den Bildschirm reichlich bekleckert. Während des Navigierens stößt Conker Schreckensschreie von sich und seine verzweifelt tönende Stimme reiht sich in das Gewirr der hörbar gewordenen Verzweiflung.

Hat man den tödlichen Spießrutenlauf mit viel Glück und weniger Verstand überlebt, sieht man sich am Ende des „rettenden Ufers“ nur einem Kameraden gegenüber, der vor lauter Missmut und Pessimismus in ein Jammern über die zusehends verzweifelte Lage ausbricht.

Das Spiel wirkt in diesen vielleicht zehn Minuten wie ein erwachsen gewordenes Antikriegsspiel, eingebettet in ein ansonsten feucht-fröhliches Rahmenwerk, dem man diesen Ernst und diese seriöse Behandlung vielleicht nicht immer zugetraut hätte. Es ist wie eine Parabel. Ein Gleichnis, das die wahre verformte Fratze menschlicher Fehlleistungen zeigt. Es ist die Leistung einer die Lachmuskeln überstrapazierenden Komödie auch mal still zu halten, um ernsthafteren Botschaften einen Durchgang zu gewähren, ohne deshalb gleich jene Glaubwürdigkeit zu verlieren, die auftritt, wenn sich das Humorvolle auf unglückliche Weise mit dem Ernsthaften paart.
Conker hat als Action-Adventure bzw. ulkig daherkommendes Jump ‘n’ Run das, was Spielen wie Medal of Honor oder Call of Duty seit Bestehen fehlt. Wer Conker’s Bad Fur Day kennt, wenigstens flüchtig, weiß, wie unglaublich das klingen mag.
Aufgrund dieser Ausgangslage hätte wohl ein aus Call of Duty 4 entsprungener Zinnsoldat aufgrund seines blechernen Wertes besser in die von Albernheiten und Drolligkeiten durchsetzte, blumenreiche Welt von Conker’s Bad Fur Day gepasst.

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eichohrkatze
Conker: Bad Fur Day (Live & Reloaded), ist schon ein total geiles Spiel, ich würde auch gerne mal den inkludierten Multiplayer online zocken.. Wer hat Bock?
Lukas Heinzel
Was für ein genialer Eintrag,und alles was kommentiert wird ist der Multiplayer.
Homer
Also ich find des lustig xD Also wie auf manchen seiten lesen kann soll ja ein conker teil für die 360 kommen. Vllt. ja mit elementen aus cod4 XD Naja mich würds freuen weil ich total der conker fan bin ^^ und cod wird langsam echt öde, immer die selben sizenarien vllt. ne andere story ist aber echt langweilig. Also entwickler macht euch an die arbeit conker 2 <- :D