Mit
Sophies Freunde präsentiert Publisher Ubisoft eine Spielereihe speziell für Mädchen zwischen 6 und 14 Jahren. Den Auftakt gaben
Mode-Designer,
Kochspaß und
Unsere Tierarztpraxis vor etwa einem Jahr im Oktober 2007. Mittlerweile umfasst das Angebot 10 Spiele; das elfte ist bereits in Arbeit. Trotz einiger Wiederholungen bezüglich des Topic (
Mode-Designer/Mode-Akademie und
Babysitting/Meine süßen Babys) konnte sich die Erfindung Ubisofts bisher immer behaupten und steht bei vielen Händlern im vordersten Regal. Ob dies zurecht geschieht oder eher auf Zufall basiert, wollen wir mit diesem Review testen.
Die Verwirrung um den Namen
Nicht sicher ist jedoch, welchen Namen das Spiel nun wirklich trägt, sorgt es zu Beginn nämlich für reichlich Verwirrung. Auf der Verpackung steht zwar
Sophies Freunde: Mode-Akademie, auf der Anleitung hingegen
Sophies Freunde: Fashion-Show und auf der Cartridge zuletzt ein Misch aus beidem,
Imagine: Fashion Model. Obwohl die Unsicherheit etwas unprofessionell wirkt, verzeiht man Ubisoft diesen Lapsus sofort. Aber nun zum eigentlichen Geschehen; und dazu ein herzliches Willkommen in der Welt der Mode! Jedes junge Mädchen hat sicher schon einmal davon geträumt, seine eigene Kleidung zu entwerfen, sie einem Model (oder im echten Leben einer Barbiepuppe) anzuziehen und ein Fotoshooting zu machen. Mittlerweile vermitteln besonders Shows auf Sat1 wie “Verliebt in Berlin” oder “Anna und die Liebe” die heutigen Träume vieler Mädchen. Beide Serien handeln im Hintergrund davon, wie sich schüchterne und unbeliebte Mädchen in einer Mode-Agentur durchschlagen. Auch
Sophies Freunde: Mode-Akademie (wir haben jetzt diesen Namen ausgesucht, weil er immerhin auf dem Cover zu sehen ist) ist in einer solchen Agentur stationiert. Der Charakter, dem man anfangs einen Namen geben und ein Heimatland zuteilen darf, beginnt einen neuen Job bei Bakers Modeagentur und muss sich im Berufsleben als Modedesignerin behaupten.
Der Grundaufbau
Das Leben in einer der weltweit wichtigsten Agenturen für Mode wird kein einfaches werden. Zuerst gilt es, sich zurechtzufinden. Man startet in der Lobby, in der man mit dem Touchpen verschiedene Räumlichkeiten anwählen kann. Sinnvoll ist es, zuerst zum Schreibtisch der Sekretärin Judith zu gehen und mit dieser zu reden. Sie gibt dem Spieler Tipps zur Orientierung und Aufgabenfindung und weist euch kurz und knapp in alles Wichtige ein. Direkt neben Judiths Zimmer befindet sich der Aufzug mit dem man die einzelnen Etagen der Agentur erreichen kann. Diese umfassen die Arbeitsbereiche der
Spielerin, unter anderem ein Fotostudio oder die Schneiderei. Der wichtigste Raum ist allerdings das Büro von Frau Baker, der Chefin. Die Dame war früher selbst ein erfolgreiches Model, hat dann aber ihr eigenes Modelabel in New York gegründet und bildet nun junge Mädchen aus. Mit dem Stylus kann man an ihre Tür klopfen bis man hinein gebeten wird. Frau Baker ist in Sophies Freunde: Mode-Agentur die wichtigste Anlaufstelle, denn nur sie gibt die Aufträge heraus, die man erfüllen muss um weiter voran zu schreiten. Als letzte Tür bleibt noch der Ausgang nach Feierabend (oder wenn man keine Lust mehr hat). Geht man durch die Tür wird der Spielstand automatisch gespeichert. Leider tut sich bereits in der Lobby ein etwas störender Faktor des Spiels auf: Öfter reagiert der Touchscreen nicht richtig auf die ausgeführten Bewegungen und man landet in einem Raum, den man eigentlich gar nicht betreten wollte. Besondere Präzision ist also vorausgesetzt.
Das Smartphone ist immer dabei
Befindet man sich in der Lobby, so hat man auch Zugriff auf sein Smartphone, eine Art Pager, der einen täglich bei der Arbeit begleitet. Eingesehen werden können empfangene SMS von Kollegen, Kontaktdaten von Freunden (passenderweise zur Modewelt inklusive Lieblingsfarbe), gesammelte Modekarten (insgesamt gibt es 45 Stück, die Charaktere, Kleidungsstile, Accessoires und Storyelemente zeigen) und das eigene Profil samt Erfahrungsstufe, erhaltene Zertifikate die den Fortschritt der Karriere belegen und die Anzahl der per WiFi übertragenen Modekarten, egal ob empfangen oder versendet. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der inbegriffene Ratgeber für Designerinnen. Hier bekommt man wichtige Tipps, die auch im richtigen Leben anwendbar sind: Welcher Haarschnitt steht mir wenn ich ein birnenförmiges Gesicht habe? Welche Kleidungsfarben passen zu meinen blonden Haaren? Was sollte ich anziehen wenn ich groß und dünn bin? All dies wird mit dem Smartphone beantwortet und bringt somit Abhilfe für jeden, der modisch noch nie ein besonderer Trendsetter war. Das beste Feature befindet sich jedoch am Bildschirmrand unten rechts: Mit einem einfachen Klick kann man die Hintergrund-Musik der Lobby verändern. Zur Auswahl stehen 8 Songs, unter anderem Blondies „Heart Of Glass“ oder der Titelsong des Filmes „Pretty Woman“.
Die Aufgabenbereiche einer Modedesignerin
Wie es sich in einer Modeagentur gehört, übernimmt jeder eine Menge Verantwortung. So hat auch der Spieler mehr als einen Arbeitsplatz. Die verschiedenen Aufgaben können geübt werden, indem man den Aufzug betritt und zur jeweiligen Etage fährt. In der ersten Etage befindet sich die Lobby. Ein Stockwerk darüber gelangt ihr in die Näherei. Dort können diverse Kleidungsstücke entworfen werden. Zur Verfügung stehen eine Schere, Garn und ein Farb- und Musterkatalog, der später zunehmend erweitert wird. Jede entworfene Klamotte, ob Rock oder Bluse, Jacke oder Hose, wird in der Kollektion gespeichert. In der dritten Etage könnt ihr lediglich die fünf Models ansehen. Der herausforderndste Teil des Spiels wartet in Etage 4: Der Laufsteg. Sowohl Training, als auch eine Vorführung vor Publikum ist nicht leicht zu meistern. Um geradeaus zu laufen und genug Halt zu bekommen, bedarf es einigen Minigames, in denen man durch den Raum schwebende Fußabdrücke in die passende Einkerbung auf dem Laufsteg ziehen muss. Wie schon in der Lobby, ist auch hier der Stylus ein wenig unpräzise und man bekommt die einzelnen Sohlen mehr schlecht als recht zu greifen. Schade. Um richtig zu posen muss ein kurz vorbeifliegendes Muster nachgemalt werden. Sich dies so schnell
zu merken gelingt nicht jedem sofort, mit ein bisschen Konzentration macht die Aufgabe allerdings sehr viel Spaß. In der fünften Etage lernt man, wie man Modefotos für ein Magazin erstellt. Im Studio stehen verschiedene Hintergründe zur Verfügung – von Sonnenaufgang über Brooklyn Bridge bis knalliger Pop Art ist so ziemlich alles vorhanden wovon ein Designer-Herz träumt. Hat man sich für ein Motiv entschieden, kann das Knipsen schon losgehen. Die Kamera mit der der Spieler arbeitet kann justiert werden sodass man das Model aus unterschiedlichen Perspektiven sieht; eine Zoomfunktion und Schwarz-Weiß- sowie Sepia-Modus sind ebenfalls vorhanden. Richtig professionell kann man also auf den Auslöser drücken und die Fotos im Album speichern. Etwas schade ist leider der geringe Anspruch der Aufgaben. Vieles wird vorgegeben und kann ohne großes Nachdenken ausgeführt werden.
Einige wichtige Punkte fehlen allerdings noch: Wie kommt das Model zu seinem guten Aussehen? Auch dafür ist der Spieler verantwortlich. In den Etagen 6 bis 8 kümmert ihr euch um einen trendigen Look eurer Freundinnen. Ihr verpasst den Mädchen hübsche Kleider, Schuhe und Schmuck, schminkt sie nach Herzenslust mit Lippenstift, Lidschatten und Wimperntusche in allen Farben oder gebt ihnen eine Maniküre. Bei letzterem hat der Entwickler dann auch endlich die Funktion des Mikros eingebaut: Damit der Nagellack trocknet, muss ja schliesslich einmal
kräftig über die Finger gepustet werden. Nicht zu vergessen ist eines der Aushängeschilder der Models: die Haare. Diese könnt ihr färben, mit Strähnchen oder Extensions versehen oder komplett kurz schneiden. Ihr entpuppt euch somit indirekt als Modeberater und könnt jedes der fünf Models so herrichten wie es euch gefällt. Falls ihr im Anschluss das Üben leid seid, so klopft einfach bei Frau Baker an die Bürotür. Sie gibt euch Aufträge, die nach und nach immer schwieriger werden. Diese gilt es zu erfüllen – bei Erfolg schaltet ihr weitere Farbpaletten, Frisuren oder Kleidungsstücke frei. Ein weiteres Manko von
Sophies Freunde: Mode-Akademie taucht leider auch in den einzelnen Aufgaben auf. So soll man dem Model zum Beispiel pinken Lippenstift verpassen. Da aber über 20 verschiedene Pink- bzw Rosatöne verfügbar sind, sucht man sich selbstredend den aus, der einem am besten gefällt. Oft ist der Auftrag jedoch nicht bestanden, weil der Farbton etwas zu dunkel oder zu hell gewählt wurde. Fraglich ist, wie man zwischen einer solch großen Auswahl genau den richtigen Lippenstift finden soll. Das Farbempfinden der Entwickler und der Spieler geht hier scheinbar zu weit auseinander. Dieser Fehler tritt ebenfalls bei Lidschatten, Haarfarben und Kleidungsstücken auf und wirkt recht störend. Wer es jedoch als Übungsmöglichkeit betrachtet, der wird viel Freude an den einzelnen Arbeitsbereichen haben.
Herz zu Erobern
Das ganze wäre jedoch langweilig, wenn man keine Background-Story angeboten bekäme. Doch dafür ist bestens gesorgt: Wie schon zu Beginn des Reviews erwähnt, beginnt ihr als Modedesignerin in der New Yorker Agentur von Frau Baker. Wie auch im normalen Berufsleben erwarten euch einige spannende Charaktere. Das wäre zum einen der Journalist Anthony Slater, der euch heftigste Kritik in seinem Magazin androht, wenn ihr keinen Erfolg haben solltet. Letztlich zeigt sich zu der harten Schale aber ein weicher Kern und Slater berichtet nur in höchsten Lobtönen von deiner Kollektion. Auch das noch recht frische Model Lucy ist eine wichtige Person im Modeuniversum, der du deine Geheimnisse anvertrauen kannst; sie entwickelt sich zu deiner besten Freundin. Die wichtigste Person ist jedoch der Fotograf Mark, der dich öfter zum Essen ausführt und in den du dich sehr bald verliebst. Sein Herz zu erobern ist daher ein großer Aspekt der Story. Diese lässt sich aber leider nicht beeinflussen, sondern läuft klanglos im Hintergrund ab. Wie ein gutes Modemagazin eben.
(Fazit weiter unten)
Wir bedanken uns bei Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.
|
| |
Entwickler: Lexis Numérique, Virtual Toys Publisher: Ubisoft Genre: Simulation USK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung Pegi: 3+ Multiplayer: 1 – 2 Spieler Sprache: Deutsch Preis: EUR 39,95 / CHF 63,- Website: Wir bewerteten das Spiel gemäß unserer Young-Kategorie.
|
anna
Kann man bei dem Spiel (sophies Freunde Mode-Akademie)
auch den alten Spielstand löschen?
Ich habe das Spiel schon zuende gespieltund würde mich sehr freuen, wenn das geht.
Kristin Knillmann
Meistens kann man den Spielstand löschen indem man beim Starten L, R und die vier Aktionstasten gleichzeitig gedrückt hält. Bei andere muss man gleichzeitig L und Select gedrückt halten. Probier mal diese beiden Varianten aus. Ich weiß leider nicht mehr, wie ich bei diesem Spiel den Spielstand gelöscht habe. Es war aber definitiv mit einer Tastenkombination.