Zu Gast bei Ubisoft:
Reloaded (2 Ubi 2 Soft)

Robert Fedick, 7. Oktober 2008 21:39 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Erneut wurde uns die Ehre zuteil, in die Düsseldorfer Ubisoft-Büros eingeladen zu werden, um dort als einer von wenigen Pressevertretern einen exklusiven Blick in die Töpfe zu werfen – und natürlich auch mal daraus zu kosten. Nicht nur die heiß erwartete InHouse-Produktion FarCry 2, das Sequel zur damals noch vom deutschen Entwickler Crytek erschaffenen Shooter-Referenz, durften wir anspielen, sondern uns auch einen kurzen Ersteindruck der kommenden Veröffentlichungen Brothers in Arms: Hell’s Highway und Rayman Raving Rabbids: TV Party verschaffen. Wir freuen uns also, euch dieses kleine, wenn auch nicht allzu vorzeitige Preview präsentieren zu dürfen. Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich bei den Mitarbeitern von Ubisoft für die Gastfreundschaft, und freuen uns schon jetzt auf ein nächstes Mal.

FarCry 2 (X360, PS 3, PC – VÖ: 24. Oktober 2008)

Der Doppelwhopper. Das Prestigeobjekt. Die Augenweide. Ja, wir bekamen das Spiel eine gute Stunde lang in die Finger und füllten fleißig den Notizblock, ehe man es uns wieder mit Gewalt entreißen musste. Wie ja bereits bekannt, wird sich die Handlung des Open-World-Egoshooters unabhängig von Teil 1 in der afrikanischen Savanne abspielen, wo man in der Rolle eines Söldners mit der Liquidierung des berüchtigten Warlords "Der Schakal" beauftragt wurde. Dieser gießt als Waffenschieber kontinuierlich Öl in das Feuer eines tobenden Konflikts zweier politischer Gruppierungen, und soll demnach sauber von euch entsorgt werden. Während wir bezüglich der Story nicht weiter ins Detail gehen können und wollen, ist es natürlich absehbar, dass man zwangsweise zwischen die Fronten des Bürgerkriegs gerät – und sich auch unweigerlich mit einschalten muss, wenn man eine Chance haben will, an den Schakal heranzukommen.

 

Nicht etwa durch die Augen von Jack Carver, sondern mit einem von satten 9(!) neuen spielbaren Charakteren wird das Abenteuer bestritten, jeder davon mit umfangreichem militärischen oder paramilitärischen Hintergrund. Bleibt die Wahl der Hauptfigur zwar in Sachen Fähigkeiten oder Attribute ohne Konsequenzen, so beeinflusst sie jedoch durchaus das Spiel: Die 8 eliminierten Auswahlmöglichkeiten kreuzen früher oder später als Nebenfiguren den Weg des Spielers, jede von ihnen hat ihre ganz individuelle Zugehörigkeit und Motivation innerhalb der Geschichte, und kann als wertvoller Freund hinzugewonnen werden – und durch euer Verschulden sogar permanent das Zeitliche segnen. FarCry 2 folgt dabei einem in Missionen gegliederten Ablauf, die euch von verschiedenen Charakteren – darunter auch Mitglieder der beiden rivalisierenden Organisationen – erteilt werden, und deren Ablauf durch das Mitwirken oder auch nur wertvolle Ratschläge eurer Freunde beeinflusst werden kann. Wen das alles an ein etwas weniger lineares GTA-Prinzip erinnert, der liegt nicht wirklich weit daneben, denn in der Tat stand die Spielereihe für so manches Element in der Welt von FarCry 2 unschwer erkennbar Pate. Nicht nur, dass ihr euch in einer großen, weitestgehend frei erkundbaren Sandkiste wiederfindet, mit deren Bewohnern kooperiert, deren Regeln beachtet und deren Distanzen mit allerlei motorisierten Fortbewegungsmitteln überwunden werden wollen. Auch können an zahlreichen Orten Unterschlüpfe eingerichtet werden, wo ihr von euren Kameraden mit Waffen, Munition und Medikamenten versorgt werdet, und jederzeit euren Spielfortschritt speichern könnt, indem ihr euch – richtig, mal ordentlich aufs Ohr haut. Die Kommunikation mit euren aktuellen Auftraggebern sowie der Erhalt neuer Missionsziele funktioniert, ganz im Stil von GTA IV, per Mobiltelefon. Auf einer allzeit paraten Landkarte orientiert ihr euch bequem per GPS, und die Diamanten, mit denen ihr nach erfüllten Missionen entlohnt werdet, werden in den vereinzelten Siedlungen als Währung akzeptiert. Man darf also durchaus anmerken: Wer schon einmal Stadturlaub in Liberty City gemacht hat, wird sich hier schnell und intuitiv zurecht finden.

Doch genug der Fakten: Wie fühlt es sich eigentlich an, FarCry 2 zu spielen? Fantastisch, natürlich. Vom ersten Moment an imponiert die lebensecht nachempfundene afrikanische Landschaft – die Entwickler der Ubisoft-Studios in Montréal begaben sich auf eine intensive Inspirationsreise zum schwarzen Kontinent, und vermitteln dadurch ein atemberaubend authentisches Bild der exotischen Flora und Fauna. Die subtropische Hitze brennt förmlich auf der Haut, man kann den Staub der Savanne und die Feuchtigkeit des Urwalds beinahe schmecken; realistischeren Einsatz von Licht und Schatten dürfte man noch in keinem anderen Spiel gesehen haben. Allein die Eröffnungssequenz, eine obligatorische Autofahrt durch einen belebten Landstrich, tut durch eine grandiose Soundkulisse und ein postkartenreifes Panorama ihr übriges. Kein Zweifel, dieses Spiel setzt auf Immersion, und tischt üppig dabei auf. Noch bevor man zum ersten Mal die Kontrolle über das Geschehen übernimmt, ist man bereits vollends in die Atmosphäre der rund 50km² umfassenden virtuellen Welt eingesogen worden. Dass jene nahtlos und gänzlich frei von Ladezeiten durchquert werden kann, macht die Optik und – zumindest bei uns – ruckelfreie Performance des Spiels umso verblüffender. Auch wenn unsere Zeit leider nur für die ersten zwei Missionen ausreichte, waren wir hellauf begeistert vom Spielgefühl, sich durch das Dickicht des Dschungels an einen feindlichen Außenposten heranzuschleichen und die strategisch wichtigsten Punkte auszuspähen, um anschließend wahlweise methodisch und lautlos die Gegner zu dezimieren, oder auf einem Raketenwerfer reitend unter Schlachtengebrüll das ganze Camp zu pulverisieren. Die Kratzer, die man dabei möglicherweise mal abbekommt, müssen übrigens eigenhändig behandelt und versorgt werden, denn Pistolenkugeln entfernen sich hier nicht von selbst. Bedenkt man die Raubtiere, die uns als nachgelieferter Patch versprochen wurden und dem Survival-Aspekt nochmal eine ganz neue Würze verleihen sollen, wird es gleich nochmal viel wärmer ums Herz.

Auch wenn wir diesen Eindruck ausschließlich auf den Singleplayer-Teil stützen können und den vielversprechenden Online-Multiplayer noch nicht zu Gesicht bekamen, frohlocken wir bereits jetzt: Leute, FarCry 2 ist ein Erlebnis. Und schon ab dem 24. Oktober steht der Selbstverwirklichung als waschechter Bildschirm-Rambo nichts mehr im Wege.

Brothers in Arms: Hell’s Highway (X360, PS 3, PC – VÖ: Oktober 2008)

Der erneut von Gearbox entwickelte dritte Brothers in Arms-Teil erzählt natürlich die Geschichte seiner beiden Vorgänger um die im zweiten Weltkrieg gescheiterte "Operation Market Garden" weiter. Ihr schlüpft für die Dauer des kompletten Spiels in die bereits vertraute Rolle von Sergeant Matt Baker, und kämpft euch nach der Landung hinter feindlichen Linien durch das besetzte Holland auf dem Weg nach Berlin. Während sich das Spiel historisch akkurat an den Verlauf des verlustreichen Feldzuges der US-Armee hält, setzt die stark auf Charaktere fokussierte Story ungeniert auf reichlich Pathos. Wer das vereinzelte Tränendrüsen-Gedrücke ohne weiteres verkraften kann, wird mit einem rundum soliden und für Genreverhältnisse durchaus erfrischenden Taktikshooter belohnt.

Wie auch in den Vorgängern besticht das Spiel durch zwei grundlegende Gameplay-Mechaniken: Ein Deckungssystem, und die Möglichkeit seine KI-Kameraden auf dem Schlachtfeld zu koordinieren und befehligen. Die Neuerung im dritten Teil besteht hierbei darin, erstmals zwei Teams kontrollieren zu können, die sich in ihrer Bewaffnung spezialisieren (Bazooka-Team, MG-Team usw.). Jene gilt es dann wie gewohnt taktisch klug zu positionieren, um feindliche Stellungen nicht nur mit kopfloser Waffengewalt, sondern eben auch mit der richtigen Strategie erfolgreich auszuhebeln. Bei den Schusswechseln besitzen die Gegner eine Art "Gefahrenbarometer", das dem Spieler signalisiert, wann ein Vorstoßen am sichersten ist. Je stärker ein Gegner unter Beschuss genommen wird, desto mehr wird er "eingeschüchtert", sein Barometer sinkt also und er verharrt länger in seiner Deckung. Geben eure Kameraden euch also Feuerschutz, hat dies hier auch tatsächlichen einen spürbaren Effekt.

Auch wenn Brothers in Arms: Hell’s Highway vielleicht grafisch nicht ganz überzeugt, bietet es genügend Substanz für diejenigen, die im inflationären WWII-Setting nach spielerischer Abwechslung suchen, oder nach dem Genuss vergleichbarer Titel wie Rainbow Six: Vegas neues Futter brauchen. Noch diese Woche landet es in den europäischen Regalen, und wir bemühen uns sodann selbstverständlich um ein ausführlicheres Review.

Rayman Raving Rabbids: TV Party (Wii, NDS – VÖ: November 2008)

Auch hier haben wir es mit einem mittlerweile dritten Teil zu tun, diesmal der quirligen Partygame-Reihe für Nintendo Wii. Die Mischung aus unbedingt Gesellschaft erfordernden, kurzweiligen Minispielen und überdrehtem Gaga-Cartoon-Humor ist diesmal für den ausgiebigen Einsatz des Balance Boards ausgelegt. Die Anschaffung dürfte demnach auch nur für die Spieler von Interesse sein, die auch WiiFit bereits ihr Eigen nennen. Leider stand uns nur eine aus vier bislang noch namenlosen Minispielen bestehende Messeversion des Titels zur Verfügung, daher hier wirklich nur ein kurzer Faktenzettel:

Minispiel 1: Nehmt Platz auf dem Balance Board und steuert mit eurem Allerwertesten einen Schlitten durch Slalom-Fähnchen und über Sprungschanzen, während in der Luft durch Wiimote/Nunchuk-Kombinationen Kunststücke von euch gefordert sind.

Minispiel 2: Ihr steuert das Balance Board wie ein Snowboard durch einen Weltall-Parcours, und weicht dabei durch feinfühlige Gewichtsverlagerung einer Flut von Hindernissen aus.

Minispiel 3: Hier wird das Tanzbein geschwungen, wenn auch nur in Form von Wiimote und Nunchuck. Zu "ABC" von den Jackson Five müssen Bildschirmkommandos taktgenau ausgeführt werden, während ihr durch die Glaswand des Vorführraums von amüsierten Ubisoft-Mitarbeitern ausgelacht werdet. Letzteres Feature nicht im Kaufumfang inbegriffen.

Minispiel 4: Maximal zu viert gebt ihr euch im Wrestling-Ring eins auf die Mütze, während sich superschwergewichtige Schaukämpfer von den Ringpfosten stürzen, um die Spieler unter sich zu begraben. It’s Last Rabbid Standing, baby.

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