Konsolen exklusiver DLC muss sich erst beweisen, Bedeutung könnte zunehmen

Jörg Neißer, 15. Oktober 2008 17:19 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

In einer Zeit, in der immer weniger Spiele exklusiv für eine Platform erscheinen, gibt es nicht mehr viele Kriterien, die einen Unterschied machen können. Der eine bevorzugt einen bestimmen Controller, der andere ist eingefleischter Fanboy und bei manchen spricht schlicht der Geldbeutel das letzte Wort, welche Konsole ins Haus kommt. Was wir in letzter Zeit vermehrt sehen, dass exklusive Inhalte für eine spezifische Konsole in Form von herunterladbaren Inhalten angeboten werden, könnte in Zukunft mehr und mehr den Ausschlag geben. Wir erinnern uns alle lebendig an den teuren Marketing Stunt von Microsoft, angeblich $50 Million wurden für neue Episoden in GTA IV auf den Tisch geblättert.

Ein gewagter Schritt wenn man bedenkt, dass diese Form der Vermarktung noch völlig ohne Erfahrungswerte auskommen muss. Noch bevor die ersten Ergebnisse verfügbar sind, wird weiter kräftig in diese Nische investiert: Fallout 3 und Tombraider Underworld werden exklusiv auf Xbox 360 versorgt, während Mirror’s Edge nur die PS3 mit neuen Inhalten beglücken wird. Analyst Colin Sebastian von Lazard Capital Markets glaubt, dass der Wettstreit über Exklusiv-Verträge in Zukunft nur noch zunehmen wird und die Ankunft des ersten Content diesen Herbst (wahrscheinlich für GTA IV) zum Schlüsselfaktor werden könnte, ob sich diese teure Strategie rentiert.

Nach Meinung Colins macht der Zusammenhang von verkaufter Einheiten und exklusivem Inhalte Sinn, solange dieser von hoher Qualität ist und etwas zur gesamten Spielerfahrungen hinzufügen. Auch wenn Microsoft bisher am aktivsten auf diesem Gebiet ist, erwartet er schon bald mehr Aktivitäten von Sony und ein aktiv werden von Nintendo. Zukünftig werden sich alle drei Firmen immer mehr auch durch die Qualität des angebotenen Online-Services identifizieren (Microsoft liegt derzeit ganz klar vorne in diesem Bereich) und da kommt diese neue Form der Kundebindung gerade recht. Ausserdem sei es erheblich kosteneffizienter, nur einzelne Inhalte exklusiv zu binden, statt kompletter Spiele.

Was Colin Sebastian hier sagt, macht durchweg Sinn; alles deutet darauf hin. In Zukunft werden wir wohl immer weniger Exklusivspiele sehen, dafür systemgebundene Erweiterungen.

(via cvg)

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