Würde man die Anzahl der aktuell erhältlichen DS-Spiele für Kinder auf die Zeit verteilen, die die Handheld-Konsole nun im Handel herumgeistert (für alle Interessenten: das war 2005), dann wurde pro Minute mindestens ein Spiel dieser Art veröffentlicht. Wir können uns also förmlich nicht mehr retten vor der Welle an minderjährigem Zockmaterial. Umso wichtiger ist es, herauszufischen was an Erwähnung bedarf. Bereits am 25. September berichteten wir über einen Titel der Sophies Freunde-Reihe von Ubisoft und wollten wissen, ob die eigens für junge Mädchen entwickelten Titel zu Recht so erfolgreich sind. Wir fanden das ein oder andere Manko, aber auch eine Menge positiver Seiten. Da man jedoch kein Urteil fällen kann, wenn man von 10 Spielen nur eins gesehen hat, steht heute Sophies Freunde – Meine Geheimnisse bei uns im Test.
Einmal wie die Großen sein
Fast jedes junge Mädchen schaut auf zu älteren Geschwistern oder Eltern. Da liegt es nahe, ein Erwachsenen-Gadget auf eine jugendfreundliche Konsole zu portieren und entsprechend dem Alter anzupassen. So geschehen mit Sophies Freunde – Meine Geheimnisse. Das Spiel ist in Wirklichkeit gar keines, sondern vielmehr PDA für Mädchen zwischen 6 und 14 Jahren. Wer also nach einem täglichen Begleiter sucht, der wird hiermit das richtige finden. Anders als bei den anderen Sophies Freunde-Spielen steht bei Meine Geheimnisse eher die eigene Person im Vordergrund, als ein märchenhafter Traumberuf.
Wie geht es dir heute?
Sobald die Cartridge ihren Weg in den Nintendo DS gefunden hat, darf die Spielerin ihren persönlichen Geheimcode festlegen, der sie vor Fremdzugriffen schützt. Das nennen wir innovativ – warum haben sie sowas nicht direkt in die ganze Konsole eingebaut? Einmal gestartet wird man in das Spiel eingewiesen. Zuerst gilt es seinen Gemütszustand auszuwählen. Dieser wird den ganzen Tag lang im Spiel angezeigt und auch der Hintergrund vieler Unterseiten gestaltet sich in einer entsprechenden Farbe. Fühlt man sich vollkommen “depri”, so ist man einen Tag lang von Grautönen umgeben. Wer sich tagsüber dann anders entscheidet, der kann selbstredend seinen Zustand später über “Mein Profil” in “Verknallt” oder “Neutral” ändern. Leider umfasst die Stimmungs-Palette lediglich 9 Möglichkeiten.
Die einzelnen Features
Meine Geheimnisse ist in drei Bereiche aufgeteilt. Dies zeigt sich auch durch die drei im Hauptmenü ersichtlichen Reiter, die das Spiel in die Kategorien aufteilt: Eine Sektion beschäftigt sich mit den Tagebuch-Aktivitäten, eine mit allen Optionen zum eigenen Profil und die dritte mit dem Freundeskreis der Spielerin. Klickt man auf den ersten Reiter, hat man die Möglichkeit das Tagebuch aufzurufen. Dort kann man täglich Einträge hinterlassen; die Eingabetastatur kann umgeschaltet werden zwischen Handy- oder PC-Tastatur. So kann man selbst
entscheiden, womit man einfacher und vor allem schneller schreiben kann. Aber nicht nur Schrift steht bereit – auch kann man den Hintergrund der Tagebuchseite frei wählen und ihn dann mit diversen Themenstickern bekleben: Ob Instrumente, Essen, Tiere, Mode oder sogar Sprechblasen und bunte Buchstaben – der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Sogar Raving Rabbids stehen zum Bestickern bereit. Da hat Ubisoft gute Eigenwerbung geleistet. Nach dem Speichern der Seite wird diese im Kalender unter dem passenden Datum eingetragen. Dort kann man aber auch eigene Termine abspeichern und hat diese somit immer parat. Zum Tagebuch-Reiter gehört auch der tägliche Glückskeks, den man Cooking Mama-like zerbrechen muss, um an seine fröhliche Botschaft zu gelangen. Die enthaltenen Spiele findet man ebenfalls in der ersten Kategorie. Eins davon ist beispielsweise “Kopierer”, bei dem man eine vorgegebene Tagebuchseite möglichst exakt kopieren muss. Dabei kommt es nicht nur auf die richtige Farbe oder die Position der Sticker an, sondern auch auf deren Winkel. Für Abweichungen wird gehörig von der Gesamtprozentzahl abgezogen. Das Minispiel ist gar nicht so einfach wie es klingt, sorgt aber für einiges an Spaß.
Im zweiten Reiter geht es um das eigene Profil. Dort darf man eine eigene ID-Karte erstellen, was man sich etwa wie eine Visitenkarte vorstellen kann. Wer ein PDA besitzt, braucht ja schliesslich auch gute Kontakte und einen Ausweis. Daher darf jede Spielerin ihren persönlichen Avatar einkleiden und an sich anpassen. Ein Avatar ist eine kleine Figur, der man Hose, Shirt, Jacke und Accessoires anziehen kann und deren Frisur, Augenfarbe, .. abgeändert werden kann – bis man in etwa sich selbst als Avatar sehen kann. Auch Hobbies können eingetragen werden um die ID-Karte persönlicher zu gestalten. Im zweiten Unterpunkt findet man weiterhin einen Charakterstern, der anzeigt welche der sechs Eigenschaften beim Spieler wie stark ausgeprägt sind. Passend dazu gibt es eine knappe Berufsberatung und das Stimmungsbarometer, in dem man sehen kann welchen Gemütszustand man zu Beginn wie oft angewählt hat. So hat jede junge Dame immer alles dabei, was sie auszeichnet. Aber was wäre ein Charakterstern und ein Stimmungsbarometer, wenn keine spielinternen Tests vorhanden wären, die diese beeinflussen: In den Kategorien Ich & Ich, Ich & Die Anderen und Ich & Die Welt kann man die unterschiedlichsten Fragen zum Thema Style, Freunde oder Lebensraum beantworten und sich ein passendes Ergebnis zusammenstellen lassen.
Ich teil mit dir!
Aber warum heisst das Spiel eigentlich Meine Geheimnisse? Das Ganze steht nicht nur unter dem Stern von Sophie sondern auch ihren Freunden. Und unter guten Freunden teilt man schliesslich. Das bedeutet genauer: Eine bereits hinzugefügte Freundeskarte – ob manuell oder per WiFi – kann unterschiedlich eingestuft werden. Ein Freund darf somit als guter oder gar bester Freund gekennzeichnet werden und erhält somit engeren Zugriff auf die Tagebuchseiten. Diese können sogar geschützt werden, indem man rechteckige Etiketten auf der jeweilige Seite platziert, den Eintrag verdeckt und diese somit vor fremden Augen schützt. Eine Freundin muss erst ein vom Spieler festgelegtes Minispiel schaffen, um das Etikett lösen zu können. Aber nicht nur die eigenen Berichte können geteilt werden – auch kann man einen Harmonievergleich zweier Freundeskarten beantragen, um herauszufinden wie gut man zusammen passt. So bleiben die geheimsten Geheimnisse zwar nicht nur bei einem selbst, dafür aber im engsten Freundeskreis.
(Fazit weiter unten)
Wir bedanken uns bei Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.
Steuerung Via Stylus und Touchscreen. Keine Nutzung des D-Pads nötig. Mikro wird nicht eingebunden.
Grafik Sehr übersichtlich. Farblich (kann täglich angepasst werden) aber angenehm.
Sound Wird nur eingesetzt wenn nötig. Erinnert etwas an die Musik des Wii-Menüs. Hin und wieder hübsche 8Bit-Klänge. Im Hauptmenü leider etwas aufdringlich – darüber kann man aber hinwegsehen, da sie an entsprechenden Stellen dann ausgeschaltet wird.
Spielspaß Da weniger Spiel und mehr PDA: angemessen. Die Minigames sorgen für entsprechenden Ausgleich.
Sonstiges + DS wird in komfortabler Buchform gehalten + Sehr übersichtlicher Kalender macht Freude an der Nutzung. - Recht kurze Spielzeit pro Tag - Ständige Ladeprozesse
79%
Fazit Zwar bringt man dem Spiel zu Beginn ein etwas genervtes Seufzen entgegen, da sich das Freischalten aller Features über Wochen hinzieht – kann man dann aber einmal alle Bereiche betreten, so entwickelt das Spiel sich doch noch zu einem lohnenswerten Tipp. Seien wir mal ehrlich: Ausnahmslos jedes Mädchen im Alter von 6 Jahren wünscht sich im Zeitalter des Nintendo DS etwas, das sich bestens als PDA oder vielmehr täglichem Begleiter, Tagebuch und mobiler Freunde-Station eignet. Sophies Freunde – Meine Geheimnisse erfüllt diesen Job mit Bravour.
Wir bewerteten das Spiel gemäß unserer Young-Kategorie.
Diese sind nicht überraschende meine mehr, aber Dank.
Diesen Artikel kommentieren
Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.
Ab sofort ist es auch für jeden Laien möglich, eigne kleine Spielkonzepte auf seiner Dreisechzig zu verwirklichen und mit anderen zu teilen. » weiterlesen
ingiltere vizesi
Diese sind nicht überraschende meine mehr, aber Dank.