Review / Test:
NARUTO – The Broken Bond
Fan-Gadget oder Action-Offenbarung?
Vorweg muss ich gestehen, dass NARUTO – The Broken Bond mein erster Kontakt mit dem stachelhaarigen Anime-Helden ist und ich deswegen völlig unbedarft an dieses Stück Software gegangen bin. Aber in wie weit weiß ein solches Merchandising-Produkt Außenstehende zu begeistern? Lest selbst!

Unser Fazit: Habt Ihr euch erstmal auf den recht hübschen Cel Shading-look eingelassen und die holprige Geschichtseinführung überstanden, erwarten euch ein paar unterhaltsame Stunden mit NARUTO – The Broken Bond. Dabei weiß die Grafik mit schönen Details zwar auf der einen Seite zu begeistern, auf der anderen jedoch mit etwas unspektakulären Texturen und wenig Abwechslung auf Dauer zu langweilen. Die Geschichte um Naruto und seine Begleiter wird in Cutscenes mit englischer Sprachausgabe und deutschen Untertiteln weiter erzählt und bleibt dabei ebenso belanglos wie naiv. Dabei werden manche Szenen durch Quicktime-Events unterbrochen, respektive fortgeführt. Drückt Ihr dann mal auf den falschen Knopf fängt die komplette Szene von vorne an und Ihr dürft wieder euer Glück versuchen. Das ist leider weder zeitgemäß noch einfallsreich und drückt den Spielspaß nach unten. Den größten Teil des Spieles jedoch machen die Kämpfe und das freie Erkunden der Umgebung, beziehungsweise das Lösen von kleinen Aufträgen aus. Die Kämpfe gehen locker von der Hand und werden nur in Ausnahmen wirklich schwer. Die Missionen erwecken zunächst durch das Nutzen verschiedener Charaktere und deren Fähigkeiten den Eindruck abwechslungsreich zu sein, werden jedoch irgendwann auch langweilig. Für Fans sicherlich ein interessanter Titel für alle anderen jedoch nur einen kurzen Blick wert.
7/10
(Das komplette Review findet ihr nach dem Klick.)
NARUTO – The Broken Bond (Xbox360)
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Hoppla, da wird aber einiges an Vorwissen vorausgesetzt, war mein Eindruck nach den ersten 15 Minuten. Lasst Ihr euch aber erstmal auf die Geschichte rund um Narutos Ninja-Clan ein, findet Ihr euch nach einem intensiven Kampf in der Rolle eures Dorfchefs, den Ihr leider mit dem Tode beendet, schnell zurecht. Dabei spielt Ihr im Story-Verlauf nicht nur in der Rolle von Naruto selber, sondern auch viele seiner Begleiter und sogar in taktischen Kombinationen mehrere Figuren gleichzeitig. Kleine Rätsel, die die Fähigkeiten der unterschiedlichen Figuren voraussetzen, lassen sich leicht kombinieren und erhöhen zunächst den Spielspaß in der scheinbar frei begehbaren Spielwelt. Platz zum Sammeln verschiedener Gimmicks wie Münzen gibt es genug, verlaufen werden Ihr euch aber eher selten, denn das Umfeld bleibt doch recht liniar und durchschaubar.
Das Umherlaufen wechselt sich häufig durch Beat´em-Up-Sequenzen ab, die extrem leicht von der Hand gehen, da die Kombo-Paletten der einzelnen Figuren sehr übersichtlich und leicht zu erlernen sind. Aufgepeppt werden die Kämpfe jedoch durch Spezialattacken, welche Ihr mit aufgeladenem Energiebalken aktivieren und durch vordefinierte Joystick-Bewegungen auslösen könnt. Diese sind zwar nicht ganz so leicht zu merken, werden aber beim Aktivieren angezeigt und machen das Ganze so leicht nachvollziehbar. Bewegen sich die meisten Kämpfe auf recht niedrigem Niveau, kommen zwischendurch Story-relevante Gegner dazu, deren Bekämpfung schon mal etwas länger dauern kann. Dadurch bewegt sich der Schwierigkeitsgrad ständig auf und ab, für die Zielgruppe zwischen 12 und 16 Jahren sicherlich manchmal etwas frustig.
Kein moderner Titel ohne die obligatorischen Minispielchen und so dürft Ihr auch in NARUTO – The Broken Bond Angeln gehen oder mit wenigen Tastenaktionen im Affenzahn durch Wälder flitzen. Insgesamt ist das ganze Spiel sehr auf Abwechslung bedacht, verrennt sich dabei aber häufig in belanglosem Geplänkel.

Was wir mochten:
Gemeinsam sind wir stark: Seine starken Momente hat NARUTO – The Broken Bond vor allem dann, wenn Ihr die Fähigkeiten eurer Spielfiguren miteinander kombinieren dürft. Zwar kommt man sehr schnell auf die Lösung der meisten kleinen Rätselpassagen, aber dennoch wissen diese für eine gewisse Zeit zu unterhalten.
Picknick im Grünen: Die Grafik ist grob betrachtet wirklich ein Gaumenschmaus für Liebhaber von Cel Shading. Alles wirkt wie aus einem Guss und sehr stimmig. Bei näherem Hinsehen fallen jedoch leider flaue Texturen und grobe Kanten etwas negativ ins Gewicht, trüben den angenehmen Gesamteindruck jedoch nur marginal.
Es gibt nichts, was ich nicht kann: Das Spiel präsentiert sich betont abwechslungsreich mit einer Fülle an Minispielen, Actionsequenzen und Rätseleinlagen. Die Bedienung lässt sich dabei stets sehr schnell mit kleinen Tutorials erlernen und überfordert euch nur höchst selten.

Was uns nicht gefallen hat:
Sega Mega-CD Spielmechaniken: Bereits Spiele in den Neunzigern wie Road Avenger und sogar viele Jahre zuvor Dragons Lair haben sich der Quicktime-Event Techniken bedient und damit ganze Spiele gefüllt. Dieses eigenständige Genre ist ganz zu Recht vor mehr als 10 Jahren gestorben, warum hat man diese primitive Technik der trivialen Unterhaltung also wieder rausgeholt? Ich weiß es leider nicht und hoffe, dass dieser Trend bald wieder vorbei ist.
Fisch oder Fleisch: Viele gute Ideen ergeben leider zusammen nicht zwingend ein gutes Gesamtbild und so wird hier zwar mit vielen spielerischen Zutaten gekocht, jede für sich genommen schmeckt jedoch recht fad. Die Prügelsequenzen sind zu anspruchslos, das freie Erkunden zu beschränkt und das Missionsdesign zu vorhersehbar.

Bartos Meinung: Also auch wenn ich unheimlich viel zu meckern habe an NARUTO – The Broken Bond, so hat es mich doch ein paar Stunden an den Bildschirm gefesselt. Ich stehe einfach auf die Cel Shading Optik und vorgegaukelte Bewegungsfreiheit. Mein Sammeltrieb wurde geweckt und die Kämpfe gehen locker von der Hand. Auch zusammen mit einem Kumpel kann man sich durchaus mal ein Ründchen prügeln. Das Spiel hat einfach unheimlich viele gute Ansätze, wie die eingängige Steuerung, kann aber kein Genre wirklich komplett gut bedienen. Die Zielgruppe mag den Titel sicherlich feiern, für jemanden der sich aber auch mal richtig Kloppen oder richtig viel zu erkunden haben möchte, ist das alles jedoch einfach zu langweilig. Für Fans.

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(30. Mai 2009 20:14)
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