Review / Test:
Die Reitakademie – Das entscheidende Turnier

Kristin Knillmann, 2. Dezember 2008 04:52 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Schwingt die Hufe und rettet die Reitakademie vor dem Ruin.

Etwas länger als einen Monat ist es her, dass wir euch einen Titel aus der Pferd & Pony-Reihe von dtp Young Entertainment vorgestellt haben. Jetzt ist es wieder so weit: Zusammen mit Pauline und ihrem Pferd dürft ihr euch in ein weiteres tierisches Abenteuer stürzen. Aber diesmal heißt es Mut zu beweisen, denn die beliebte Reitakademie ist in Gefahr.

Unser Fazit: Die Reitakademie – Das entscheidende Turnier hat es wahrlich nicht leicht, sich zwischen den weiteren Teilen der jugendfreundlichen Pferd & Pony-Reihe zu behaupten. Obwohl die Spiele sich angemessener Beliebtheit erfreuen, müssen sie sich durchsetzen zwischen Mario & Co – denn immerhin liegt deren Zielgruppe in einem ähnlichen Rahmen wie die von Reitsimulationen. Entwickler Smack Down Productions musste also hohe Anforderungen Wirklichkeit werden lassen – und hat dies unserer Meinung nach nur bedingt geschafft. Das Konzept geht auf: Die Minispiele rund um Pferdepflege haben sogar einen gewissen Lernfaktor. Schneiden wir aber das Thema Umsetzung an, so ist das Spiel nicht gelungen. Hier und da treten grafische Mankos auf, die nicht zu unterschätzen sind und sich teilweise sogar hemmend auf die Story auswirken. Was ausserdem zu einer Punktzahl von

3/10

führte, könnt ihr im fortsetzenden Teil des Reviews nachlesen.

Wir bedanken uns bei dtp young Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsmusters.

(Interesse geweckt? Die gesamten Details gibt es nach dem Klick.)

Die Reitakademie – Das entscheidende Turnier (Nintendo DS)
Entwickler: Smack Down Productions
Publisher: dtp young Entertainment

Die Welt der Kinderspiele wächst. Damit zusammenhängend selbstredend auch die Welt der Spiele, die jegliche Art von Tieren beinhalten. Schliesslich ist im jungen Alter kaum etwas anderes angesagter als mit Hunden spazieren zu gehen, mit Katzen zu spielen oder Ponys zu pflegen. Dachte sich auch dtp young Entertainment und veröffentlicht mit Die Reitakademie – Das entscheidende Turnier bereits die dritte Auskopplung aus der Reihe Pferd & Pony für den Nintendo DS.

Bereits im ersten Teil durftet ihr in die Rolle von Pauline schlüpfen, die auf der Reitakademie Usedom ihre Ziele und Träume verfolgt. Jetzt ist die junge Dame zurück und möchte, dass ihr sie durch ihren Alltag begleitet. Doch streng charakteristisch für Schulen kommt es direkt zu Stress und Streiterei: Eine zickige Mitschülerin hat sich über das Gepäck des Mädchens hergemacht. Voller Eifer seid ihr nun an der Reihe, mit Pauline über den Campus zu laufen um den Übeltäter zu finden. Doch bei kleinen Problemen bleibt es nicht. Ihr habt immerhin ein Pferd zu pflegen, müsst ausreiten, Jungs kennenlernen und letzten Endes sogar die Reitakademie mit einem entscheidenden Turnier von den Geldsorgen befreien. Solch verantwortungsvolle Aufgaben können einem schnell auf den Magen schlagen. Was uns allerdings spieltechnisch auf den Magen schlägt (und natürlich ebenso: Was uns Freudentränen bereitet) wollen wir euch nicht vorenthalten.

Was wir mochten:

Let’s see what I can do – Wunderbar übersichtlich werden uns alle Fähigkeiten von Pauline auf dem oberen Bildschirm des DS angezeigt. Daher haben wir dauerhaft Einblick auf die Eigenschaften, die uns ausmachen. So können wir bestens unsere nächsten Schritte planen und sehen ob es Zeit wird, unserem Pony mehr Zuneigung zu schenken oder wieder einmal ein Buch aus der Bücherei zu leihen. Angezeigt werden Ruhm, Wissen, Fähigkeiten, Geldbeutel samt Einnahmen und die Beziehung zum eigenen Pferd (aufgeschlüsselt in Vertrauen, Sauberkeit und Gesundheit).

Pure Eleganz wird groß geschrieben – Zumindest hin und wieder einige Sekunden lang. Dies wird leider einzig repräsentiert durch den Ladebildschirm: Eine schlichte, weiße Pferdesilhouette galoppiert auf schwarzem Hintergrund dem Nirgendwo entgegen. In dem Stil hätten wir uns auch das gesamte Paket gut vorstellen können.

Man lernt für’s Leben, nicht für die Schule – Wer von den Eltern kein Pferd in den Stall gestellt bekommt, der darf sich mit realitätsnahen Minigames begnügen. So bekommt man vor Augen geführt, was es heißt, ein richtiges Pferd zu pflegen. Ob Hufe auskratzen oder den Stall säubern – der Lernfaktor ist gewiss enthalten.

Kleinigkeiten im Gepäck – Die Möglichkeit an jedem beliebigen Punkt im Spiel zu speichern, vereinfacht ein Spiel sicherlich um Längen. Bewegt sich die Zielgruppe im etwas jüngeren Feld, so ist es jedoch vernünftig, eine solche Funktion einzubauen. Ein bisschen Dankbarkeit von uns für’s Vermeiden von Frust, liebe Kollegen. Weiterhin gibt es einen gehobenen Daumen für die Steuerung, die sowohl per Stylus als auch per Steuerkreuz sehr flüssig ist.

Nicht gefallen hat uns:

It’s all about the graphics – Grafik muss nicht zwingend das wichtigste am Spiel sein und kann in manchen Fällen sogar zur Nebensache werden. Dann muss der Rest des Spiels allerdings auf ganzer Linie überzeugen. In Die Reitakademie – Das entscheidende Turnier reiht sich grafisch allerdings ein Problem ans nächste: Bleiben wir auf der Stelle stehen, bietet sich uns eine recht solide Umgebung. Gehen oder rennen wir in eine Richtung, flimmert der Bildschirm so stark, dass Details verschwimmen oder nicht mehr erkennbar sind. Dies wirkt sich insbesondere negativ aus, wenn man Gegenstände wie Heugabel oder Halfter in der Nähe des Stalles suchen muss. Man kann einfach nicht fündig werden, weil die besagten Gegenstände mit dem Hintergrund verschwimmen. Etwas albern wirkt es zudem, wenn wir mit Pauline vor einer offenen Tür stehen, aber eine scheinbar unsichtbare Wand uns vom Betreten des Raumes abhält. Da stellt sich die Frage, warum die Tür nicht gleich geschlossen dargestellt wurde? Zu guter (oder vielmehr schlechter) letzt sieht die Laufanimation der Hauptfigur unwirklich aus. Beim Schleichen erinnert Pauline sogar mehr an ein Tier als an ein junges Mädchen.

Weniger Interaktivität für weniger Gaming 2.0 – Wir befürworten grundsätzlich jegliche Form von Interaktivität in einem sonst recht starren Gameplay. Dem Spieler gegenüber unfair ist es jedoch, ein Minispiel “interaktive Zwischensequenz” zu taufen, wenn man doch lediglich den Stylus von der linken Seite des Bildschirms zur rechten bewegen muss.

Kommunikationsschwierigkeiten im jungen Alter – Gelesene Gesprächsfetzen werden wie gewohnt mit dem Stylus oder dem A-Button weggeklickt. So erhält man Satz für Satz der wichtigsten Mitteilungen. Unpassend nur, wenn das Spiel zu stark auf die eigenen Aktionen reagiert. Schnell sind mehrere Sätze übersprungen – und man kann diese auch sonst nirgends einsehen. Kommentare wie “Meine Mutter hätte mich umgebracht” finden wir ausserdem mehr als unpassend für ein Spiel mit einer Zielgruppe ab 6 Jahren.

Simplizität kann ein Vorteil sein, muss es aber nicht – Eigentlich bietet das Spiel viele Möglichkeiten, in denen passend ein gutes Minigame hätte untergebracht werden können. In der Bibliothek der Reitakademie finden wir einen Computer, in dem wir an eine Mission gebunden Informationen über unseren neuen Trainer herausfinden sollen. Unglücklicherweise entschieden sich die Entwickler dazu, dies nicht angemessen und anspruchsvoll zu verpacken. Statt nach dem Auswählen von “Der Reitblog aufrufen” eine wirklich interaktive, lehrreiche Tätigkeit vorzufinden, werden wir abgespeist mit einem simplen “Du liest einige Artikel auf Der Reitblog“. Eine solche Pleite hätte gewiss vermieden werden können.

Kristins Meinung: Es ist absolut ausreichend, sich auf einen von drei Pferd & Pony-Teilen festzulegen. Diesbezüglich ist aber sicherlich persönliches Interesse von Nöten. Wer nichts mit Pferden anfangen kann, wird auch nicht mit Die Reitakademie – Das entscheidende Turnier glücklich werden. Wer sich hingegen einen eigenen Gaul anschaffen möchte, der kann mit dem Game seine Erfahrungen etwas vorbereiten. Die Erwartungen sollten allerdings nicht zu hoch gesteckt werden.

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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Fin

    schrieb am 2. Dezember 2008 um 20:16 Uhr (#)

    Warum um alles in der Welt, werden solche Spiele veröffentlicht? Ich als Entwickler, der dort (hoffentlich) sein Herzblut gegeben hat, muss doch vor Scham im Boden versinken, wenn ein solchen Spiel dann auch noch erscheint und ernsthaft 30-40 Euro kostet. Warum können solche Spiele die sicher einigen Absatz finden würden, nicht ordentlich gemacht werden? Bis dato wirken eher die meisten wie das Erstlingsprogrammierwerk eines Oberschülers

  2. mieke

    schrieb am 10. Februar 2009 um 15:00 Uhr (#)

    Also ich finde die RA – spiele echt voll gut, aber nur fürn´PC!!! Ich würd mich freuen wenns i-wann nochmal Teil 3 gäben würde :)


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