Review / Test:
TrackMania DS

Sebastian Jäger, 3. Dezember 2008 15:12 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Schon einmal mit hohem Tempo in einen Looping gefahren, um danach gleich wieder zum Sprung anzusetzen, damit das Vehikel möglichst eine gute Zeit fährt? Nein? TrackMania DS bietet auch genau das: Noch nie dagewesener Fahrspaß auf Nintendos Handheld. Unser Test verrät euch alles, was ihr über das Spiel wissen müsst.

Unser Fazit: TrackMania DS konnte trotz der kleinen Bildschirme vollends überzeugen. Die Entwickler haben es tatsächlich geschafft, die PC-Versionen mehr oder weniger so anzupassen, dass man fast keinen Unterschied merkt. Grafisch sieht alles sehr weich und schick aus. Aber eben auch das unverwechselbare Gameplay hat es in sich, selbst wenn wir hier und dort ein paar Punkte abziehen mussten. Der Singleplayer-Modus dürfte euch längere Zeit fesseln, da der Schwierigkeitsgrad bei höheren Rängen ziemlich ansteigt und insgesamt über 100 Strecken bietet. Ab und zu frustrierend möchte man meinen, doch der tolle Editor entschädigt und sowie der passende Mehrspieler-Modus entschädigen. Ein rundum gelungenes Spiel, das zwar ein paar (kultige) Macken von seinen großen Brüdern geerbt hat, die man aber nicht allzu ernst nehmen muss. TrackMania DS ist eines der Spiele, das ihr in eurer Sammlung unbedingt haben solltet.

8/10

Wir bedanken uns bei Koch Media für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsmusters.

(Lasst die Bremse los und gebt euch einen Geschwindigkeitsrausch nach dem Klick.)

TrackMania DS (DS)
Entwickler: Home Interactive
Publisher: Deep Silver

TrackMania ist kein Unbekannter in der Szene. Auf dem PC gibt es die unterschiedlichsten Versionen, die im Funracer Genre in der obersten Liga mitspielen. Apropos Liga: Trackmania Nations wurde eigens für den Electronic Sports World Cup konzipiert und setzt vor allem auf Multiplayer-Duelle. Das Spielprinzip ist denkbar einfach und bei jedem Spiel gleich. Ihr setzt euch hinter das Steuer verschiedener Fahrzeugklassen (in der Regel drei) und gebt euer Bestes auf allen möglichen Strecken. Letztere variieren je nach Fahrzeugtyp. In TrackMania DS gibt es drei Umgebungen: Stadion, Wüste und Rallye. Im Stadion fahrt ihr mit einem Formel 1 ähnlichen Auto, in der der Wüste mit eher Gelände tauglichen Pickups und bei der Rallye mit schnittigen Rallye-Wagen.

Die Kurse sind so aufgeteilt, dass entweder mehrere Runden gefahren werden oder sich das Auto in nur einer Runde der Ziellinie nähert. Allerlei Schikanen wie etwa Loopings oder Rampen mit einer Krümmung von 90 Grad sorgen für reaktionslastige Fahrmanöver. Das Endziel ist, die bestmögliche Zeit zu fahren. Dabei kommt ein Medaillen-System zum Tragen. Um in den nächsthöheren Level zu kommen, müsst ihr eine gewisse Anzahl an Medaillen freispielen. Jeder Trophäe ist eine Zeit zugeordnet, die auf Wunsch ein anderes Fahrzeug auf der Strecke mitfährt. Egal ob ihr alle drei Medaillien (und damit drei Fahrzeuge gleichzeitig) oder nur eines in Angriff nehmt, die Auswahl ist euch überlassen. Das hat den Vorteil, dass ihr euch nicht alleine auf der Strecke fühlt. Die gegnerischen Fahrzeuge können übrigens nicht angefahren werden, da es im Grunde nur Geisterfahrzeuge sind, welche die zu schlagende Zeit repräsentieren.

Was wir mochten:

Das ist doch die PC-Version. Wenn ihr das Spiel das erste Mal einschaltet und euren Einstand auf einer Strecke gebt, fällt euch die überwältigende Optik auf. Die Autos haben Schatten, fast nichts ist grobpixelig, es gibt verschiedene Tag- und Nachtzeiten und alles läuft super flüssig. Zwar gibt es Spiele, die das Eine oder Andere besser machen, aber so richtig zu meckern gibt es nichts. Das wird vor allem dann erst richtig klar, wenn ihr den Editor das erste Mal startet und die Weitsicht anbetet. Es steckt wirklich ziemlich viel Power hinter dem kleinen Stück Software.

Ich mach es mir lieber selbst. Kennt ihr das Verlangen nach Eigenkreationen auch? Dann seid ihr hier genau richtig. Natürlich bietet auch TrackMania DS einen Editor, der analog zu seinen großen Brüdern funktioniert. Ihr wählt also eine von drei Umgebungen aus und findet anschließend ein komplett leeres Feld vor, z.B. das Stadion für die Formel 1 Rennwagen. Im Editor verwendet ihr erstmals den Touchscreen, mit dem ihr ganz einfach verschiedene Strecken-Teile beliebig platzieren könnt. Das Angebot reicht vom normalen Asphalt bis hin zu Loopings und Hindernissen – weitere können freigespielt werden. Das Coole an dem Editor ist, dass ihr nicht erst irgendwelche Menüs durchwühlen müsst, um die Strecke zu testen. Nein, ihr drückt einfach einen Button und das Spiel zoomt auf die Strecke hinter das Fahrzeug. So seht ihr vor allem die grandiose Weitsicht. Habt ihr das Gefühl, dass eure Strecke fertig ist, könnt ihr diese abspeichern und mit Freunden tauschen.

Der Editor kann aber noch mehr. An den Editor knüpft auch der Puzzle-Modus an, der bereits vom PC her bekannt ist. Im Editor muss eine Strecke so zusammengewürfelt werden, damit man im Anschluss das Ziel in der vorgegebenen Zeit erreicht. Coopers, die Währung im TrackMania DS, lassen sich auch in diesem Modus verdienen.

Auch zu viert eine Granate. Der Mehrspielermodus kommt auch beim mobilen Ableger zum Zug, eine Online-Unterstützung fehlt aber leider komplett. Bis zu vier Spieler dürfen lokal gegeneinander antreten und auf den stets flüssig laufenden Strecken die Sau herauslassen. Und das funktioniert in der Tat wirklich wunderbar. Sofern ihr vier Spieler mit je einem DS und einem Spiel seid, könnt ihr eine stattliche Anzahl an Strecken und Modi fahren. Mit nur einem Modul sind entsprechend weniger Strecken zugänglich.

Lenkung hui. Positiv hervorzuheben ist die knackige Lenkung des Formel 1 Wagens. Er reagiert sofort und setzt es auf der Rennstrecke nahezu tadellos um. Befindet sich ein Wagen in der Luft, kann er minimal bewegt werden. In der Praxis ist das durchaus von Nöten, da es euch mit Sicherheit ziemlich oft aus den Strecken haut. Ihr könnt daher sicher gehen, dass ihr die Rückstell-Buttons in jedem Rennen benötigt. Entweder ihr katapultiert euch an den Anfang und startet das Rennen erneut oder ihr startet vom letzten Checkpoint aus. Manchmal reicht schon ein Fehler in einer Kurve aus, um die gewünschte Medaille zu verlieren.

Nicht gefallen hat uns:

Lenkung pfui. So gut die Steuerung auch sein mag, sie hat doch ihre Tücken. Während das Formel 1 Auto noch angenehm zu steuern ist, sieht es beim Pickup und dem Rallye Auto leider anders aus. Die Fahrzeuge reagieren einfach zu sensibel. Nach einer längeren Eingewöhnungszeit gewöhnt man sich aber etwas an die Schwankungen.

Physik auch pfui. Auch bei der Technik müssen wir trotz positiver Eigenschaften ein paar Kritikpunkte gelten lassen. Ähnlich wie bei den PC-Versionen ist auch diesmal keine richtige Kollisionsabfrage integriert worden. Wenn ihr zum Beispiel über ein Loch im Boden fahrt, fallt ihr nicht immer durch, sondern das Auto springt drüber und macht komische Bewegungen. Ab und zu stören auch Clipping-Fehler. Sobald das Rallye-Auto einen kleinen Berg außerhalb der Strecke erwischt, versinkt es nahezu vollständig darin. Taucht zwar nicht überall auf, ist aber nervig.

Menü noch mehr pfui. Auf den ersten Blick sieht das Menü recht übersichtlich aus. Habt ihr aber ein Rennen gemeistert, kann es durchaus mal passieren, dass ihr die Strecken nochmal fahren müsst, weil ihr euch verklickt habt. Das ist uns schon öfters passiert. Automatisch klickt man weiter, damit das nächste Rennen startet oder es in das nächste Untermenü geht. Hier fragt uns das Menü aber, ob wir noch einmal antreten möchten. Klingt komisch, ist aber so.

Sebastians Meinung: Auf TrackMania DS haben viele unserer Leser gewartet. Dementsprechend hoch waren auch die Anforderungen, denn die Spiele-Serie ist auf dem PC ungeschlagen in ihrer Art. TrackMania DS kann die Anforderungen nicht nur erfüllen, sondern ist ein positives Beispiel dafür, dass eine PC-Portierung auf Nintendos Handheld machbar ist. Auch wenn es hier und da ein paar störende Kleinigkeiten gibt, ist Trackmania DS eines der besten Rennspiele auf dem DS. Besonders der Mehrspieler-Modus sowie der Editor bürgen für Langzeitmotivation. Die Modi ‘Plattform’ und ‘Puzzle’ runden das Ganze ab. Ich als alter TrackMania-Fan der ersten Stunde bin absolut begeistert.

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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Salz`

    schrieb am 3. Dezember 2008 um 17:17 Uhr (#)

    Die Entwickler haben es tatsächlich geschafft, die PC-Versionen mehr oder weniger so anzupassen, dass man fast keinen Unterschied merkt.

    d.h.? Haben sie es nun mehr oder weniger geschaft das man fast keinen Unterschied merkt? xD

  2. Fraesh

    schrieb am 3. Dezember 2008 um 17:29 Uhr (#)

    das game ist genial, sehr verbuggt aber wer es liebt, liebt es.

    das neue design ist übrigens nicht schlecht aber ich finde es ein bisschen verwirrend mit den ganzen artikeln oben :S


1 Trackback

  1. Ich will Spaß, ich geb Gas: TrackMania erscheint auch für Wii » gamgea.com
    (1. Juli 2009 10:21)

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