Review / Test:
Shaun White Snowboarding:
Road Trip

Sebastian Jäger, 5. Dezember 2008 09:45 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Schneeweißchen oder Rosenrot? Die Temperaturen belaufen sich mittlerweile um den Gefrierpunkt, Frau Holle schüttelt die Bettwäsche durch und das Jahr neigt sich dem Ende zu. Grund genug, um ein Snowboard-Spiel auf den Markt zu werfen. Doch kann sich Shaun White Snowboarding: Road Trip von Ubisoft gegen SSX Blur durchsetzen?

Unser Fazit: Shaun White Snowboarding: Road Trip kam, sah und siegte auf ganzer Linie. Das Spiel ist eigenständig und muss sich nicht vor der PS3- und Xbox 360 Version verstecken. Zudem bekommt ihr auf der Wii-Konsole nichts Vergleichbares. Gerade die Möglichkeit, mit dem Balance Board zu steuern, lässt ungeahnte Spassmomente entstehen. Dadurch ist die Wii-Version deutlich attraktiver. Egal ob Slaloms, Half-Pipes, Downhill oder Big Air-Events – alles Erdenkliche ist mit dabei. Und habt ihr mal Besuch, könnt ihr mit bis zu vier Freunden im Multiplayer zocken. Leider aber gibt es keinen Online-Modus, was in der heutigen Zeit schon ein Muss wäre. Die Ausrede mit der geringen Leistung der Wii-Konsole lassen wir hier nicht gelten.
Optisch macht das Spiel alles richtig. Schneestürme werden effektvoll dargestellt und die Tiefenwirkung beim Schnee und der Weitsicht ist phänomenal - dasselbe gilt für die Animationen. Pflichtkauf!

8/10

Wir bedanken uns bei Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsmusters.

(Lust auf Schnee? Die gesamten Details gibt es nach dem Klick.)

Shaun White Snowboarding: Road Trip (Wii)
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft

Snowboard-Spiele bilden eine ganz eigene Sparte in den Reihen der Videospiele. Auf dem N64 gab es Snowboard Kids und 1080° Snowboarding, auf dem PC Supreme Snowboarding, auf der Xbox 360 die Amped-Serie und auf anderen Plattformen SSX. Shaun White Snowboarding wurde von Ubisoft in Zusammenarbeit mit einem der besten Snowboarder der Welt kreiert: Shaun White. Im Grunde bietet das Spiel wenig Neues: Mit einem Snowboarder geht es ab durch verschiedene Pisten, während man bei halsbrecherischen Fahrmanövern zahlreiche Tricks ausführt.

Während die Xbox 360 und PS3 Fassungen auf eine Open World zurückgreifen, müssen sich Wii-Spieler mit einem missions-basierten Konzept abfinden. Eine zweckdienliche Story wurde auch eingebunden: Ihr folgt einer Einladung von Shaun White, der euch durch Japan, Chile, den Alpen und USA schickt.

Was wir mochten:

Ein Augenschmaus. Das Spiel sieht wirklich richtig gut aus - auch für Wii-Verhältnisse. Der Stil ist allgemein sehr Cartoon-lastig, was sich bereits an den ersten Cutszenes zeigt. Durch diese “Einsparung” an der Grafik sehen die Pisten nicht nur gut aus, sondern lassen sich auch ruckelfrei und geschmeidig fahren. Besonders die weite Aussicht auf den Strecken hat uns vollends überzeugt. Mit coolen Geschwindigkeitseffekten, sauberen Animationen und Tiefenwirkung im Schnee die verführen die Entwickler unsere Augen. Aber auch kleinere Details können sich sehen lassen, etwa Schnee am Körper der Boarder nach einem Sturz. Eine Optik, die auf der Wii ihresgleichen sucht.
Die abwechslungsreichen Strecken und Länder unterscheiden sich voneinander wie Madonna von Angela Merkel. Wenn man über Grafik spricht, muss auch die audiovisuelle Seite betrachtet werden. Bands wie Audioslave, Run DMC, Incubus, Faithless oder Bob Dylan heizen während der Fahrt ein – das Spiel erfüllt nahezu alle Musik-Wünsche.

Was hättense’ denn gern? Ähnlich wie bei Rayman Raving Rabbids TV-Party könnt ihr euch entscheiden, ob ihr die herkömmliche Steuerung nutzt oder das Balance Board zu Hilfe nehmt. Letzteres bringt das Winter-Feeling natürlich perfekt in die Wohnzimmer. Verlagerung und die “Druckpunkte” sind sehr gut umgesetzt. Es klappt aber auch via Wiimote: Durch Neigen und Kippen wird der Fahrer bewegt, was erstaunlich gut funktioniert. Nie kommt das Gefühl von Übersteuerung oder Ungenauigkeiten auf. Alles was ihr mit euren Handbewegungen umsetzt, wird direkt auf das virtuelle Brett übertragen. Ebenso einfach funktionieren die Tricks. Das ist sicherlich auch möglich, weil Shaun White Snowboarding ein reines Arcadespiel ist und ein weniger akkurates Anvisieren und Bewegen verlangt. Das macht sich besonders bei den Rail-Grinds bemerkbar, die sich einfach mit einem beherzten Schwenk auslösen lassen. Schwieriger ist sind genaue Landungen nach komplexen Sprüngen, die vor allem Anfängern alles abverlangen.

Es geht hoch hinaus. Aufgaben und Wettbewerbe sind mehrheitlich identisch, aber abwechslungsreich. Meist müsst ihr als erster die Ziellinie überqueren, eine gewisse Punktzahl erreichen oder aber auch einfach nur Müll aufsammeln, den unachtsame Boarder haben liegen lassen. Aufgeteilt ist das Ganze in Respekt- und Pflicht-Aufgaben. Die Pflicht-Aufgaben sind zwingend, um im Spiel weiterzukommen. Das Ernten von Respekt ist freiwillig. Meistert ihr einen Abschnitt, schließt sich ein weiterer Snowboarder der Truppe an.
Der Schwierigkeitsgrad ist sehr ausgewogen: Am Anfang geht alles gemächlich zur Sache, im späteren Spielverlauf warten dann ziemlich knackige Aufgaben auf den Spieler.

Im Team geht es es Bergauf. Wer den Singleplayer-Modus irgendwann satt hat, darf sich im Multiplayer mit bis zu vier Spielern messen. Ein Koop-Modus für die Karriere rundet das Gesamtpaket zumindest im Mehrspieler-Bereich super ab. Ihr könnt im Split-Screen oder im Hot-Seat-Modus gegen- oder miteinander antreten. Das Prinzip ist ähnlich wie im Singleplayer-Modus: Ihr erledigt verschiedene Aufgaben und schaltet dadurch neue Inhalte frei, auch für den Einzelspielerpart.

Nicht gefallen hat uns:

Online? Was ist das? Ein Online-Modus wäre wünschenswert gewesen. Andere Spiele haben es vorgemacht, Shaun White Snowboarding Road Trip verzichtet aber leider darauf. Nicht einmal eine Rangliste wurde integriert, um sich mit anderen Spielern vergleichen zu können.

Bin ich tot oder was? Ein weiteres Problem ist die fast leblose Umgebung. Zwar sieht man Elche am Rand der Piste, der Rest aber wirkt zu aufgesetzt und künstlich. Der Stil ist wunderbar, keine Frage. Trotzdem fühlt sich alles so eiskalt an.

Sebastians Meinung: Snowboard-Spiele habe ich schon immer gerne gespielt. In diesem Genre kann man aber nicht ständig neuen Innovationen erwarten. So zeigt sich auch Shaunwhite Snow Boarding inhaltlich eher altbacken. Es verhält sich ähnlich wie bei Skateboard-Titeln: Einfach Fun haben und mit den Brettern machen, was man will. Wer etwas anderes möchte, hat sich das falsche Genre ausgesucht. Das Spiel macht Spass ohne Ende und sollte in keiner gut sortierten Wii-Sammlung fehlen.

» Mehr lesen: Review (22), Shaun White Snowboarding (2), Test (21), Wii (16)

» Nächster Artikel: gamgea.com-Startgewinnspiel, 3. Runde: Finde die Giftlettern
» Älterer Artikel: Pon-Pon-Patapon: Plüschtiere erobern das Internet

» Drucken
» Merken/E-Mail

2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. tester

    schrieb am 5. Dezember 2008 um 12:41 Uhr (#)

    Nettes Spiel

  2. olli3d

    schrieb am 8. Dezember 2008 um 10:56 Uhr (#)

    Habe mir das Spiel gekauft nachdem ich euren Test gelesen habe und ich schliesse mich eurern Test voll und ganz an, ist ein Klasse Spiel. Das einzige was ich mir gewünscht hätte wäre eine weitere Steuerungsmöglichkeit mit dem Nunchuk. Die Erkennung der Wiimote wenn man Drehungen oder Schwingungen in der Luft machen möchte lässt ab und zu einfach zu wünschen übrig, so passiert es dann oft das ich entweder keine Drehung hinbekomme oder aber er sich dann kurz vor der Landung dreht und der Spieler sich dann in den Schnee legt. Spaß machts trotzdem.


2 Trackbacks

  1. Shaun White Snowboarding: Sequels in Arbeit » gamgea.com
    (19. Dezember 2008 16:59)
  2. Wii │ Shaun White Snowboarding - Road Trip | Gamer Reviews
    (29. Mai 2009 21:43)

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

Oder verbinde dich mit deinem Facebook-Account