Review / Test:
Call of Duty – World at War

Gerhard Rohrer, 8. Dezember 2008 11:35 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Nach Wikipedia ist Krieg “ein unter Einsatz erheblicher Mittel mit Waffen und Gewalt ausgetragener Konflikt, an dem mehrere planmäßig vorgehende Kollektive beteiligt sind. Ziel der beteiligten Kollektive ist es, den Konflikt durch gewaltsame Kämpfe und Erreichen einer Überlegenheit zu lösen.” Willkommen bei Call of Duty: World at War.

Unser Fazit:

Treyarch hat fast alles richtig gemacht. World at War spielt zwar wieder im Zweiten Weltkrieg, die Art und Weise wie uns das Ganze präsentiert wird, bringt jedoch frischen Wind ins mittlerweile leicht angestaubte Weltkriegsshooter-Genre. Das beginnt schon bei dem cineastischen Intro, in dessen Anschluss wir uns bereits mitten im Kriegsgeschehen befinden und gerade noch einmal mit unserem Leben davonkommen. Zeit zum Verschnaufen gibt es keine – Überleben ist angesagt! Dabei überzeugt World at War mit abwechslungsreichen und spannenden Missionen, sehr guter Grafik und stimmiger Steuerung. Der für Wii-Verhältnisse fast schon revolutionäre Multiplayer-Modus via WiFi-Connection tut sein Übriges, um aus World at War einen wahren Pflichtkauf für Shooter-Fans (und solche, die es noch werden wollen) zu machen.

 

9/10

(Mehr Informationen zu Grafik, Gameplay und Ausstattung des Shooters gibts nach dem Klick.)


Call of Duty: World at War (Wii)
Entwickler: Treyarch
Publisher: Activision

Auf den Vorgänger Modern Warfare mussten Wii-Spieler leider verzichten. In World at War haben wir nun endlich Gelegenheit, mit Wiimote und Nunchuck “bewaffnet” einem Teil der Kriegswirren des Zweiten Weltkriegs virtuell beizuwohnen. Dies geschieht aufgeteilt auf mehrere Episoden, in denen man entweder in die Haut des U.S. Marine Miller oder des russischen Soldaten Dimitri schlüpft. Dabei wechseln natürlich auch die Schauplätze des Geschehens. Unter amerikanischer Flagge bekämpft man japanische Soldaten, an der Seite der Russen heißt es, sich gegen die Wehrmacht zu behaupten. Die einzelnen Episoden sind zwar recht linear aufgebaut, dennoch immer abwechslungsreich und fordernd. Nur drauf los zu ballern führt meist zum schnellen Tod. Taktisches und überlegtes Vorgehen erhöht die Wahrscheinlichkeit zu überleben deshalb bedeutend.

Die Art, wie uns das Spiel dabei in die Geschehnisse eintauchen lässt, ist für Weltkriegsshooter bisher einzigartig. Eben bekämpft man noch japanische Kamikaze-Soldaten in ihren Tunnelsystemen, schon findet man sich wieder auf Sniper-Mission in einer russischen Stadt, um danach wieder mit einem Flammenwerfer den Japanern das Leben im wahrsten Sinne des Wortes heiß zu machen. In den einzelnen Missionen kann es darüber hinaus durchaus vorkommen, dass plötzlich ein Flugzeug vor einem abstürzt, Häuser einstürzen, Panzer explodieren usw.

Diese permanente Action sorgt im Zusammenspiel mit den cinematischen Zwischensequenzen, dem bombastischen Sound und der guten Grafik für eine Atmosphäre, an der sich künftige Shooter messen lassen müssen. Die schnell in Fleisch und Blut übergehende Steuerung tut ihr weiteres, um vollends ins Geschehen eintauchen zu können.

Was wir mochten:

Nicht kleckern, sondern klotzen. Was Grafik und Sound betrifft, zählt World at War zum Besten, was derzeit für Wii erhältlich ist. Um dies zu ermöglichen wird die leicht angepasste Grafikengine des Vorgängers Call of Duty 4 genutzt. Und diese Engine hat es in sich! Detailreiche Umgebungen, ausgezeichnete Weitsicht und massig Effekte verwöhnen eure Augen. Explosionen und Raucheffekte sowie Funkenflug und explodierende Granaten hat man noch nie besser auf einer Nintendo Konsole gesehen. Die Kameraden und Gegner sind überzeugend dargestellt, gut animiert und tun ihr übriges, um für ein authentisches Erlebnis zu sorgen. Das „i“-Tüpfelchen: Das alles spielt sich flüssig und ohne zu Ruckeln vor euren Augen ab. Ganz selten (wenn wirklich mal die Hölle auf dem Bildschirm los ist) kommt es zu leichten Slowdowns, die allerdings nicht wirklich stören und nur kurz andauern.

Wir steuern auf den Sieg zu. Auch was die Steuerung betrifft, gibt es nicht wirklich etwas meckern. Fünf verschiedene Steuerungsvarianten sind verfügbar, wobei jede noch für den persönlichen Geschmack feinjustiert werden kann. Mit der Wiimote wird gezielt, mit dem Nunchuck gelaufen; auch der Wii-Zapper wird unterstüzt. Einziges kleines Manko ist, dass man zum Werfen einer Granate die „+“-Taste drücken muss, anstatt einfach die entsprechende Wurfbewegung auszuführen. Alles in allem macht die Steuerung jedoch richtig Laune. Wer bereits mit Metroid Prime: Corruption klargekommen ist, wird auch mit World at War keine Probleme haben. Nach einer minimal kurzen Eingewöhnungszeit geht es schon ohne Nachdenken zu müssen dahin. So soll es sein!

Abwechslung ist das halbe Leben. Wie bereits erwähnt, bietet World at War ein atmosphärisch herausragendes Shooter-Erlebnis. Auch was die Abwechslung betrifft, kann das Game voll und ganz überzeugen. Ob ihr einen Panzer steuert (oder in die Luft jagt), mit dem Flammenwerfer ins Gefecht zieht, Luftunterstützung anfordert und damit ganze Gebäudekomplexe in die Luft jagt – Langeweile kann bei diesem Spiel nicht aufkommen. Hinzu kommen je nach Einsatzort unterschiedliche Waffen und die sich unterschiedlich verhaltenden Gegner. In manchen Missionen zieht ihr mit mehreren Kameraden in die Schlacht, in anderen findet ihr euch nur mit einem Kameraden wieder. Dementsprechend unterschiedlich präsentieren sich euch auch die Levels und die Missionen.

Wer will schon allein sein. Der Online-Multiplayer-Modus zeigt erstmals, dass sich auch Nintendos Flagschiff in Zeiten des Internets nicht verstecken muss. Dieser ist nämlich nahezu identisch mit dem Onlinemodus von Call of Duty 4. Mit insgesamt bis zu 8 Teilnehmern kann man sich online im Team oder gegeneinander messen. Insgesamt gibt es 5 verschiedene Modi, von denen anfangs allerdings nur 3 freigeschalten sind. Es gibt recht große und auch recht kleine Maps, welche natürlich jeweils unterschiedlich gestaltet sind. Einen dermaßen umfangreichen Onlinemodus gab es bisher noch bei keinem Wii-Game.

Nicht gefallen hat uns:

Laufwerk im Dauerstress. Auch bezüglich der Zugriffe auf die Game-Disc setzt World at War neue Massstäbe. Die Wii greift nonstop darauf zu, um weitere Daten in den Speicher und durch die CPU zu jagen. Dies stört zwar den Spielverlauf nicht sehr; die andauernden Zugriffe auf die DVD sind aber deutlich hörbar.

Kürzungen in der Wii-Version. Dass man mit der Wii-Version technische Abstriche in Kauf nehmen muss, was Grafik und Sound betrifft, sollte klar sein. Mir ist jedoch völlig schleierhaft, weshalb es gleich eine komplette Episode nicht auf die Wii-Disc geschafft hat! Wer wissen will, um welche Episode es sich handelt, kann sich diese auf Youtube ansehen. Weiter müssen Wii-Spieler auf den Zombie Modus verzichten, in den man zu Zombies mutierte Nazis in Resident Evil Manier vernichten muss. Dieser Modus hätte es auf die deutsche Version (USK sei Dank…) ohnehin nicht geschafft, ist allerdings auch auf der Uncut Version nicht enthalten.

Splitscreen? Nein danke! Man kann World at War zwar gemeinsam vor einem TV spielen, allerdings fällt dem zweiten Spieler dann nur noch eine Statistenrolle zu. Diese besteht darin, mit einer zusätzlichen Wiimote in das Geschehen einzugreifen. Spieler Nr. 2 erhält somit ein eigens Fadenkreuz und kann den “Lead-Spieler” in seiner Mission unterstützen. Kein wirklicher Ersatz also für einen Splitscreen-Modus. Gegeneinander Spielen kann man so überhaupt nicht. Der gute Online-Multiplayer entschädigt zumindest teilweise dafür.

Gerhards Meinung: Ich habe zwar die englische Uncut-Version des Spiels gespielt, aber auch die Deutsche hat es in sich. Es wird gefoltert, zerbommt, verbrannt und noch vieles mehr. Die Freigabe erst ab 18 Jahren geht deshalb völlig in Ordnung. Am Spiel selbst gibt es nicht wirklich viel auszusetzen. Sieht man über die Kürzungen der Wii-Version hinweg, bleibt immer noch ein fesselnder Shooter, der die Latte für dieses Genre ein weiteres Stück nach oben hievt. Obwohl in manch anderen Reviews die Steuerung noch als leicht verbesserungswürdig beschrieben wurde, kann ich mich darüber nicht beklagen. Ich kam sofort damit zurecht und möchte Shooter einfach nie mehr mit einem normalen Controller steuern. Auch der Umfang des Spiels geht in Ordnung. In ca. 10 Stunden dürftet ihr das erste mal das Spielende erreicht haben. Insgesamt vier Schwierigkeitsgrade und der gute Online-Multiplayer sollten euch allerdings noch eine ganze Weile länger an den Bildschirm fesseln. Falls ihr euch noch immer überlegt, ob ihr euch das Spiel kaufen sollt oder nicht: Tut es! Besonders als Wii-Only Besitzer gibt es im Moment keine (bessere) Alternative, um sich die Wartezeit auf The Conduit zu verkürzen.


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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. ch777

    schrieb am 10. Dezember 2008 um 16:29 Uhr (#)

    GEKAUFT!
    Bin zwar kein Weltkriegsshooter-Fan, aber sowas muss man belohnen!


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