Review / Test:
Visual Logic Training
Denkspiele und Gehirnakrobatik sind auf dem Nintendo DS nicht mehr wegzudenken. Egal ob Nintendos Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging oder dtps Think; alle basieren auf dem gleichen Prinzip. Der neueste Kandidat ist Visual Logic Traning von RTL Playtainment.
Unser Fazit: Der Markt ist mit solchen Spielen einfach überfüllt. Visual Logic Training erfindet das Genre auch nicht neu, weiß aber mit seiner klaren Linie bei den Aufgaben dennoch zu gefallen. Wer Dr. Kawashima bereits besitzt, bekommt im Moment keine bessere Alternative. Die Steuerung von Visual Logic Training ist eine frische Idee – die Umsetzung haut aber das ganze Konzept aus den Socken und durch die knapp bemessene Zeit sitzt fühlt man sich oft gestresst. Vielleicht ist das Gameplay aber für Casual-Spieler genau richtig.
Leider bietet das Spiel wenig Abwechslung und Langzeitmotivation. Oder hat das auch etwas mit uns zu tun, weil wir nicht richtig hineinfinden? Für Einsteiger ist das Konzept okay und die Rätsel einigermassen fordernd. Wer auf solche Spiele steht, sollte einen Blick risikieren. Wir bewerten das Spiel auf “Genre-Ebene” mit einer fairen Punktzahl von
7/10
Wir bedanken uns bei RTL Games für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsmusters.
(Interesse geweckt? Die gesamten Details gibt es nach dem Klick.)
Visual Logic Training (NDS)
Entwickler: RTL Playtainment
Publisher: Aruba Studios GmbH
Vor zwei Jahren begeisterten sogenannte Gehirnjogging-Spiele die Massen zusammen mit dem DS. Damals war der Variantenreichtum relativ eingeschränkt, heute ist die Übersicht über alle erhältlichen Produkte kaum mehr gegeben. Fast jeder Publisher hat ein solches Spiel im Angebot. So auch RTL Playtainment, die Visual Logic Training auf den hart umkämpften Markt bringen. Geworben wird auf der Spielepackung mit Marco Schreyl, der als Moderator unter anderem aus “Das Supertalent” oder “Die Show der Merkwürdigkeiten” bekannt ist.
Versprochen wird uns die absolute Exaktheit der im Spiel integrierten Aufgaben. Möglich soll das die enge Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen P.M. Magazin gemacht haben. Das Magazin ist in der Tat ein renommiertes Medium, erhältlich im Print sowie online. Na dann kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen. Oder etwa doch?
Was wir mochten:
Das Spiel weiß, wo es hingehört. Visual Logic Training hat einen klaren Fokus auf Puzzles, Geschwindigkeit, Spielspaß und wissenschaftliche Fakten. Wie der Name bereits andeutet, dreht sich alles um Aufgaben, die unsere visuellen und logischen Reize ansprechen. Insgesamt gibt es 18 Minispiele, die in sechs verschiedenen Kategorien eingeteilt sind. Gedächtnis, Logik, Sprache, Zahlen, Geometrie und Muster werden eure grauen Zellen definitiv fordern.
Mehr Zeit für ein Königreich. Und da sind wir auch bereits beim nächsten wichtigen Punkt. Die Entwickler haben ihre Zielgruppe gezielt auf ältere Semester und nicht auf jüngere Spieler ausgerichtet. Das merkt man vor allem daran, dass einige Aufgaben ziemlich knackig sind. Nicht zuletzt wegen der vorgegeben Zeit, die mit 30 Sekunden pro Minispiel recht knapp bemessen ist. Der Zeitdruck wird euch ordentlich fordern. Das hat uns besonders gefallen, weil die Aufgaben bei der Konkurrenz oft viel zu leicht waren.
Ziemlich ausgewogen. Die Auswahl an Minispielen ist interessant und macht viel Laune. Das typische Hütchenspiel, Rechenaufgaben, Buchstabieren, Logikrätsel, Fehlerbild oder Objektsuche sind mit dabei, um nur ein paar zu nennen. Ihr haltet den Nintendo DS zur Abwechslung nicht wie ein Buch, sondern ganz normal senkrecht. Während eurer geistigen Streifzüge werdet ihr von einem von drei Tutoren unterstützt, die euch hilfreiche Tipps geben. Im Menü findet sich übrigens die Option Auswertung, die eure bisherigen Erfolge anzeigt. Spielen mehrere User mit einem Modul, könnt ihr euch sogar vergleichen.
Nicht gefallen hat uns:
Merkwürdigkeiten mit dem Stylus. Die Steuerung ist am Anfang ziemlich gewöhnungsbedürftig – viel feinmotorisches Geschick wird gefordert. Ein Beispiel: Auf dem oberen Bildschirm befindet sich eine Rechenaufgabe mit einem leeren Feld im Ergebnis. Das Ergebnis muss natürlich in das Feld eingetragen werden, allerdings ohne Handschriftenerkennung oder Zahlen anzuklicken. Auf dem Touchscreen bewegen sich veschiedene Ziffern in quadratischer Form unregelmässig hin und her. Die Zahlen müssen mit dem Stylus aufgenommen werden und befinden sich plötzlich im oberen Bildschirm. Lässt man den Touchscreen los, “fällt” die Zahl wieder herunter. Während sich die Zahl also im oberen Bildschirm befindet, muss sie mit dem Stylus durch den Touchscreen so verschoben werden, bis sie im richtigen Feld ist. Das hat positive als auch negative Folgen: Zum einen ist die Steuerung durch solche abstrakten Ausschweifungen gegenüber dem bekannten Handling der Konkurrenz eher nervtötend. Denn im Hintergrund läuft die Zeit und bis man die Zahl in das richtige Feld platziert hat, zählt der Timer zu oft auf Null. Auf der anderen Seite könnte die Steuerung sogar zum Verbessern der motorischen Fähigkeiten und dem Zusammenspiel der beiden Gehirnhälften beitragen. Absicht oder nicht? Wir wissen es nicht.
Schnaaaaaarch. Leider bittere Wahrheit, der Umfang bzw. die Langzweitmotivation ist nicht so prickelnd. Was euch vielleicht bei der Stange halten könnte, ist der Ergeiz, mit jedem Versuch besser zu werden. Ansonsten hat Dr. Kawashima ja vorgemacht, wie es richtig geht. Ein paar Minispiele wären zur Abwechslung ganz nett gewesen.
Sebastians Meinung: Ok, das nächste Gehirnjogging-Spiel. Ich habe mich darauf eingelassen und konnte eigentlich nur Parallelen zur Konkurrenz entdecken. Dem Spiel fehlt es wie vielen seiner Kollegen an Charakter. Allerdings mischt Visual Logic Training die Aufgaben nicht quer durcheinander, sondern richtet seinen Fokus gezielt auf visuelle Spiele – ein brauchbarer Ansatz. Kein Spiel, das man unbedingt haben muss. Einen Blick ist es aber wert.

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