Review / Test:
Prince of Persia:
The Fallen King

Sebastian Jäger, 6. Januar 2009 10:05 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Der Prinz ist mittlerweile über 20 Jahre alt, hüpft und kämpft aber immer noch wie ein junger Gott. Steckt in ihm genug Elan und Spritzigkeit, um es auch auf dem DS den Vorgängern gleichzumachen?

 

Unser Fazit: Wer Spiele mit Touchscreensteuerung verabscheut, wird mit Prince of Persia: The Fallen King keine Freude haben. Auch anspruchsvolle Zocker, Aus-Milchtüten-Trinker oder Gute-Bücher-Leser werden nicht das vorfinden, wie man es von der Serie gewohnt ist. Die gewohnte Agilität des Prinzen kommt nicht so richtig zum Zug; meist hüpft er lieblos durch hübsche, aber mit der Zeit sich wiederholende Passagen. Die Steuerung ist zu träge und es fällt einfach, seine Enttäuschung darüber am Stylus auszulassen. Dann gibt es aber auch wieder Szenen, in denen sich Magus elegant wie eine Ballerina bewegt. Zudem kommt mit Magier Zal immerhin etwas Abwechslung ins Spiel. Zusammenfassend: Ein durchschnittliches Jump’n'Run für gelegentliche Zockanfälle, aber sicher kein Muss für jede Sammlung. Prince of Persia-Fans sollten lieber zur NextGen-Variante greifen.

6/10

Wir bedanken uns bei Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsmusters.

(Auch Lust, euren Kopf in den Sand zu stecken? Mehr davon gibt es nach dem Klick.)

Prince of Persia: The Fallen King (DS)
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft

Der Prinz von Persien ist ein echtes Urgestein. Die Jump’n'Run-Reihe wurde erstmals 1989 unter anderem auf dem NES, Amiga und Mega Drive veröffentlicht. In den fast 20 Jahren hat sich der Prinz ziemlich verändert. Bis auf seine Herkunft hat er mit seinen Vorgängern nur noch wenig gemeinsam. Während er auf den Konsolen im sehr stilvollen Cel-Shading-Look daherkommt, erinnert The Fallen King noch eher an die Klassiker. In 2D, aber einem optisch dennoch aktuellen Erscheinungsbild, hüpft der junge Prinz durch die Levels. Hüpfen ist das richtige Wort: Der Prinz namens Magus gleicht optisch vielmehr einem fröhlichen Kind, denn einem kräftig gebauten Abenteurer.

Die Story ist nicht besonders aufregend und lädt zu einem sanften Gähner ein. Es dreht sich alles um den Gott Ahriman, der im ganzen Land Dunkelheit verbreitet. Wir müssen dem entgegen wirken und ihm eins auf die Nuss geben. Im Laufe des Abenteuers steht uns der etwas seltsame Magier Zal beiseite, den wir eingeschränkt Steuern dürfen. Mit seinen Fähigkeiten können magische Türen geöffnet und Gegner aus der Ferne angegriffen werden. Komischerweise fügen ihnen die Distanzangriffe keinen Schaden zu, sondern sie rutschen lediglich minimal nach hinten.

Was wir mochten:

Stilvolles Gesamtbild. Die Optik fällt auf. Ein klassisches 2D mit hübschen 3D-Objekten. Alles wirkt elegant und gut durchdacht. Vergleicht man das Konsolen-Prince of Persia mit The Fallen King, dann sind die Unterschiede zumindest vom Gesamtbild her nicht sonderlich unterschiedlich – beide sind qualitativ hochwertig. Das Design der 50 Levels gefällt bis sich bis zum Schluss. Es geht durch Höhlen, Wüsten aber auch Dschungel-Landschaften und Städte.

Es geht fair zu. The Fallen King ist ein waschechtes Jump’n'Run, das neben Sprung- und Kampf-Einlagen auch kleinere Rätsel bereithält. Wenn Magus trotz des relativ einfachen Schwierigkeitsgrades trotzdem mal die Luft ausgehen sollte, lassen die sehr fair gesetzten Checkpoints unseren Protagonisten wieder auferstehen. Gespeichert wird aber erst nach dem Beenden eines Levels. Wie bereits erwähnt, begleitet uns der Magier Zal durch unsere Abenteuer. Das ist auch bitter nötig, um dem Spiel noch einen kleinen Touch von Abwechslung zu verleihen. Zal begleitet den Prinzen automatisch und lässt sich per Knopfdruck zum Einsatz rufen.

Nicht gefallen hat uns:

Nicht jedem gefällt Minimalistisches. Oh weh, was verfluchte ich die grottige Musik. Im ersten Level kann man ihr zwar noch zuhören, doch dann merkt man, dass sie sich einfach ständig wiederholt. Auch diverse Clippingfehler fallen auf, die den Prinzen unschön zwischen Objekte tauchen lassen. Die Inszenierung der Geschichte ist ebenfalls nicht gerade ein Fest. Schnöde Texte und einfallslose Textboxen sind nicht mehr zeitgemäß.

Spiel mit mir. Statt auf Knöpfe, setzt das Spiel auf eine akrobatische Steuerung mit dem Stylus. Hier findet sich auch der konsequenteste Nicht-Spieler sofort zurecht und geleitet den Jüngling zum Ausgang des jeweiligen Levels – jedenfalls in der Theorie. Ihr springt, rennt, entwaffnet Gegner, blockt Angriffe, sammelt Goldmünzen, überwindet Wände und kämpft euch durch fiese Bösewichte. All das wird meist durch antippen oder Gesten hervorgerufen. Natürlich ist auch der bekannte Wandsprung wieder mit dabei, mit dem ihr selbst höhergelegene Orte ausfindig machen könnt. Das Problem aber daran ist, dass die Abfragen viel zu ungenau sind und sich zahlreiche Fehler einschleichen. Der Prinz reagiert nicht immer, läuft weiter als geplant oder hüpft genau dorthin, wo man es eigentlich nicht haben wollte. Nervt!

Ich kann nicht mehr. Irgendwann geht dem Spiel die Puste aus, Elemente und Rätsel wiederholen sich. Auch wenn das Gameplay zuerst intuitiv erscheint, lässt es mit der Zeit keine Steigerungen mehr zu und es wird zu einem monotonen Ablauf. Und als wenn das nicht schon genug wäre, leidet ab und zu auch die Framerate unter Einbrüchen.

Hier kommst du nicht hoch. Richtig nervig sind einige Gegner, die auf einer höhergelegenen Plattform stehen. Durch Wandsprünge geht es aufwärts, um mit einem Sprung und anschließendem Schwertschlag den Gegner in den Schlaf zu schicken. Allerdings sind manche Gegner so schlau, dass sie noch vor unserer Absprungmöglichkeit ihren Säbel auspacken und uns wieder nach unten schicken. Der Prinz kann sich nicht mehr an der Wand festhalten und stürzt sich in ungünstigen Räumen in den Tod. Das ist extrem frustrierend.

Sebastians Meinung:

Ich bin ein großer Prince of Persia-Fan und spielte bereits die Ur-Variante. Nachdem mich The Sands of Time, Warrior Within und auch jüngst das neue Konsolen-Abenteuer begeisterten, war ich natürlich sehr auf The Fallen King gespannt. Auf den ersten Blick machten die Entwickler auch alles richtig, aber die Schwächen der Steuerung lassen regelmässig Krämpfe in den Händen entstehen. Vielleicht sollte sich Ubisoft wieder mehr auf die klassische Variante konzentrieren, wenn es denn noch einen Ableger in Zukunft geben sollte.

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. Sebastian

    schrieb am 5. April 2009 um 14:25 Uhr (#)

    Gutes Review. Ich habe mir das Spiel gekauft und bin eigentlich recht zufrieden. Auch wenn ich mich nie an die schlechte Grafik gewöhnen werden kann. :)


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