Klaus Schneider

Klaus’ erste Liebe fokussierte sich ohne Seitensprünge auf seinen vergötterten N64, der ihn durch seine von interaktiven Abenteuern durchleuchtete Irrlichterei in Jugendjahren navigierte. Auch trotz der in der Pubertät hyperaktiven hormonellen Betriebsamkeit widersetzte er sich geflissentlich dem sexuellen, triebhaften Aufbegehren und blieb, der ausschließlichen Monogamie huldigend, seiner interaktiven Leidenschaft nibelungentreu.
Heute gipfelt die über Jahre sich wie ein Geschwür fest eingenistete Videospiel-Manie in einer gescheiterten Lebensführung, die sich in Form von angenagten und multiplen Identitätsstiftungen niederschlägt.
Nehmt das alles für bare Münze oder filtert das für euch Glaubhafte daraus heraus. Fakt ist, dass Klaus gerne über die Materie schreibt, sich manchmal über Gebühr damit beschäftigt, sowohl physisch als auch psychisch, und gleich einer dysfunktionalen Sprinkleranlage seine “literarischen” Fäkalien ohne Rücksicht auf Verluste ausstreut.

Klaus ist erreichbar unter klaus[punkt]schneider [at]blogwerk [punkt]com.

 

Alle 486 Artikel von Klaus Schneider auf gamgea.com:

Serious Sam:
Das Narkotikum für unser Denkvermögen!

Klaus Schneider, 25. Juni 2009 um 21.52 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Oh Schreck! Serious Sam: The First Encounter erscheint unter der Aufsicht der Original-Entwickler von Croteam im Gefolge des Sommers in HD-Pracht über Xbox Live Arcade für ordentliche 1.200 Microsoft-Points. Warum das Jammergeschrei? Weil es einen Ego-Shooter in Reinkultur verkörperte, allen Zierat (etwaige Story, dezente Sinnhaftigkeit) und die übliche Ornamentik handelsüblicher Genre-Vertreter über Bord warf und sich auf das Wesentliche konzentrierte: Gegner-Horden überrumpelten weitläufige Landschaften und aberwitzige Mordinstrumente gestatteten es dem Spieler, diese kampfeswütig und unter Missachtung aller ethischen Grundsätze niederzumetzeln (denn das Design der Gegner war mustergültig skurril – die Bomben tragenden Kamikaze-Typen waren die nervötendste Angelegenheit seit es summende Mückenschwärme gibt). Ballern ohne Sinn und Zweck. Hochprozentiger Alkohol, der betäubt, aber zu Beginn auch anregend wirkt.

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Tingle Nachschub:
Die Rückkehr des “rosaroten” Strampelmanns

Klaus Schneider, 24. Juni 2009 um 22.00 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Wenn es um Tingle geht, muss ich einfach zum Griffel greifen. Er ist einer der schillerndsten Charaktere im ebenerdigen Videospiel-Markt und überzeugt durch seine dominant heraushängende nonkonformistische Natur. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich vor dem Händlerregal stand und mir die unnachahmliche NDS-Verpackung von Freshly-Picked Tingle’s Rosy Rupeeland entgegen leuchtete und einen grenzenlosen Charme, gleich eines penetranten Parfums, versprühte. Der im Geldregen sich wie ein mutiertes Rumpelstilzchen freuende Tingle schneiderte sich dermaßen die Außenseiter-Rolle auf den Leib, dass man mit Blick auf die Verkaufszahlen schon versucht ist, aus Mildtätigkeit und Barmherzigkeit die Scheine herauszurücken.

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Final Fantasy VII:
Gefragte Klassiker bringen das Geld

Klaus Schneider, 24. Juni 2009 um 9.35 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Dem längst angestaubten und damals auf der PS One florierenden Final Fantasy VII wird von Fans der alten Schule gleich einer Heldenverehrung gehuldigt. Bei jeder neuen Sony-Hardware wird quasi die alte Gerüchteküche um ein aufgekratztes Remake wieder aufgewärmt, obwohl sich dann am Ende doch alles als Wunschdenken entpuppt. Handfester und keiner Faktizität entbehrend kommen nun die beeindruckend wirkenden Zahlen hervor, die durch die Veröffentlichung des brillierenden Klassikers auf dem Playstation Network erzielt wurden.

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Tales of Monkey Island:
XBLA-Release nicht ausgeschlossen

Klaus Schneider, 23. Juni 2009 um 23.12 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Telltale hat sich der diffizilen Aufgabenstellung angenommen, die heiligen Meriten eines Guybrush Threepwood in Gestalt von neuen Abenteuern wiederaufzufrischen. Die kritischen Argusaugen der fanatischen Anhänger werden jeden sich nicht in einer zünftigen Lachsalve entladenden Gag mit Verweis auf die guten alten Zeiten verdammen und sich über die neueste 3D-Grafik aufregen, die doch längst nicht so umwerfend aussieht, wie ein in Würde gealtertes (pixeliges) Monkey Island im Original-Ornat. Aber mal im Ernst: Auf den Entwicklern dürfte ein kolossaler Druck lasten, denn mit Tales of Monkey Island wird die ehrwürdige Reihe endlich, zwar episodisch, fortgeführt, nachdem der vierte Teil trotz zufriedenstellender Qualität kontrovers aufgenommen wurde. Doch kommen wir zum Punkt.

Am 7. Juli soll schon die erste Episode von Tales of Monkey Island für den PC erscheinen, und auch Wii Ware dürfte im Anschluss versorgt werden. Bleibt die berechtigte Frage im Raum, die wahrscheinlich nicht nur mich beschäftigt, warum Xbox Live Arcade bisher mit keinem Sterbenswörtchen erwähnt wurde. Doch diesbezüglich hat sich die düstere Wolkenlage aufgehellt, denn es gibt die ersten Sonnenstrahlen, die indizieren, dass wir in Bälde auch auf der Xbox 360 mit den neuen Abenteuern auf Kaperfahrt gehen dürfen.

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Indy for President:
Fret Nice lädt zur Rock ‘n’ Roll Schlacht

Klaus Schneider, 19. Juni 2009 um 20.19 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Momentan schwappt mit einer zünftigen Verspätung der Name Fret Nice durch die gamerbezogene Internet-Nachbarschaft. Denn im damaligen Brimborium der E3 ging die Ankündigung, Tecmo habe sich die Rechte für das Indie-Spiel geschnappt, um es im kommenden Jahr über Xbox Live und Playstation Network zu veröffentlichen, im Getöse der tönenden Massenware ohne Aussicht auf Aufmerksamkeit unter. Nach unseren ersten Eindrücken zufolge ist dieser mediale Rettungsversuch nicht weniger als berechtigt. Denn Fret Nice von Pieces Interactive sieht ulkig und zugleich fantastisch verschroben aus und setzt mit allen zur Verfügung stehenden Akkorden auf pure Musikalität in voller Gute-Laune-Tonlage.

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Max Payne 3:
Sonnige Sightseeing-Tour nach Brasilien

Klaus Schneider, 16. Juni 2009 um 22.20 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Schon vor dem Erscheinen des Print-Magazins Game Informer war dank eines in die Öffentlichkeit gesickerten Heft-Covers bekannt, dass sich die neueste Ausgabe ausgiebig mit dem voraussichtlich im Winter erscheinenden Max Payne 3 beschäftigen wird. Nun sind die ersten, reichhaltigen Informationen eingetrudelt, die die Richtung des dritten Teils auf inhaltlicher Ebene andeuten. Der Nachfolger spielt im brasilianischen Sao Paulo, wohin sich Max Payne nach 12 Jahren innerpsychischer Reibereien verirrt. Durch den immensen chronologischen Sprung ist der Hauptprotagonist gealtert und präsentiert sich mit einem altersweisen Bart und einer kratzbürstigen Frisur. Außerdem hat er seinen stilvollen schwarzen Mantel gegen ein ärmelloses Shirt ausgetauscht. Mit dem Alter verändern sich eben auch die modischen Präferenzen – auf Kosten des Coolness-Faktors.

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Super Mario Galaxy 2:
Neues Spiel, alte Geschichte

Klaus Schneider, 14. Juni 2009 um 19.48 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Mag sein, dass es sich bei Super Mario Galaxy um eine inhaltlich aufgebohrte Verbesserung handelte im Vergleich zu den Vorgängerprodukten. Zumindest flattert vor meinem inneren Auge noch der finale Abspann des Spiels herum, der sich intelligent ausnahm und mit Überraschungseffekten kokettierte (aber wir wollen natürlich nicht zu viel verraten). Eigentlich ein Novum, dass wir im Zusammenhang mit Mario-Spielen von halbgaren “Spoilern” reden dürfen. Mit Blick auf das anstehende Super Mario Galaxy 2 dürfen wir uns nach einem frühen Stimmungsbarometer zu urteilen wieder auf das gewohnt astdürre Handlungskorsett einstellen, in dem Princess Peach wieder eine herausragende Rolle einnehmen sollte.

In einem Interview mit Wired.com ließ Shigeru Miyamoto verlauten, dass der Nachfolger mit Bezug auf die Rahmenhandlung wohl wieder eher konventionellere Ausmaße annehmen wird. Der Design-Veteran scheint nicht von der Idee angetan zu sein, seine Traditionsmarke mit inhaltlichen Schwergewichten zu bestücken. Und seine Argumentation klingt schlüssig und nachvollziehbar: “I’d like to go with as little story as possible. I’ve always felt that the Mario games themselves aren’t particularly suited to having a very heavy story.

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Icarian Kindred Spirits:
Lost Winds im griechischen Götterhimmel

Klaus Schneider, 14. Juni 2009 um 19.26 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Der WiiWare-Kanal fristet, so möchte man manchmal meinen, ein Schattendasein und wird nur sporadisch mit hochklassigen Spielen wie Lost Winds zurück in das Rampenlicht gezerrt. Nun schickt sich das in Madrid beheimatete Entwickler-Team von Over the Top an, mit dem Titel Icarian: Kindred Spirits für inhaltliche Besserung zu sorgen. Zumindest wirken die bewegten Bilder schon sehr vielversprechend und vermitteln einen aussagekräftigen Eindruck vom Spielprinzip, das sich an Lost Winds anzulehnen scheint.

In einer griechischen Welt voller Ruinen, Trümmern und einer sengenden Sonne müsst ihr mittels Wiimote eure Spielfigur mit Wind anfachen und allerlei Geschicktlichkeitsparcours überstehen. Auch der inhaltliche Hintergrund klingt spannend: Als Nyx müssen wir den gefallen Ikarus ausfindig machen, der wahrscheinlich (so unsere Vermutung) irgendwo mit angekokelten Flügeln herumliegt und darauf wartet, gerettet zu werden. Aber die Entwickler werden sich sicher etwas Überraschenderes einfallen lassen. Um adäquat gerüstet zu sein, werden wir im Laufe des Spiels von den griechischen Göttern mit besonderen Kräften ausgestattet. Und vielleicht tröstet das ja diejenigen, die vergeblich auf eine E3-Ankündigung von Kid Icarus gewartet haben. Einen Trailer zu Icarian gibt’s auf der nächsten Seite.

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Dante’s Inferno:
Das sabbernde Ausweiden von Literatur

Klaus Schneider, 12. Juni 2009 um 22.21 Uhr, 1 Kommentar Kommentare
Wenn ich die Möglichkeit hätte, einen toten Dichter wiederzuerwecken, dann würde ich alle Anstrengungen unternehmen, um Dante in unsere heutige Zeit zurück zu verfrachten, nur um ihm dann einen Spielcontroller entgegenzuhalten, damit ich ihm beim Spielen von Dante’s Inferno über die Schulter schauen könnte. Er würde wahrscheinlich angesichts der interaktiven Visualisierung seines monumentalen und kulturgeschichtlich imposanten literarischen Machwerkes zusammenschrecken und sein kurzfristiges Dasein vor dem flimmernden Kasten mit einem der vielen Höllenkreise eintauschen (und dank Projekt Natal müsste er dann gar nicht mehr die Handhabung eines Steuerknüppels erlernen).

Aus einem Entwickler-Video geht eines hervor: Die Programmierer und Künstler des Spiels bedienen sich des reichen unerschöpflichen Quellenmaterials aus Die Göttliche Komödie, rennen freudestrahlend marodierend durch die reiche mythologisch aufgeladene, ryhthmisierte Vers-Landschaft, und zimmern daraus ein höllisches Inferno, das wildernd und freischöpfend alles aufrafft, was irgendwie Feuer speit und in ein Action-Feuerwerk einpressbar ist. Selbst der Fährmann Charon bekommt sein Fett weg und darf sich mit der nicht gerade zimperlichen Art des Spielers auseinandersetzen.

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The Nameless Mod:
Ambitionierter Fan-Beitrag zu Deus Ex

Klaus Schneider, 12. Juni 2009 um 19.29 Uhr, 1 Kommentar Kommentare
Ich finde die Vorstellung beschämend und vulgär, sich mit einer Lektüre auf die Klobrille zurückzuziehen, um sich dort neben einer bestenfalls passiv vonstatten gehenden vegetativen Verrichtung die Zeit lesend zu vertreiben. Doch das ändert nichts daran, dass immer wieder positiv registriere, wenn einer meiner WG-Bewohner seine neueste GameStar-Ausgabe ausgerechnet neben die Toilette legt, mit der ich mich natürlich dann selbstverständlich nicht auf die ovale Schüssel, sondern in mein Zimmer zum einsamen Studium zurückziehe. Denn diesem Umstand habe ich es zu verdanken, hier und jetzt über ein ganz besonderes Produkt einer Mod-Community zu berichten – und vor allem verabschieden wir uns jetzt von Zeitung lesenden Toilettengängern. Wir wollen über einen umfangreichen Mod für Deus Ex sprechen, nicht zuletzt deswegen, um die siebenjährige Entwicklungszeit der begeisterungs- und leidensfähigen Hobby-Entwickler (& Fans des Spiels) entsprechend zu würdigen.

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